A Coruña entdecken: Herkulesturm und Glasgalerien
Reiseführer · redaktionellAn der galicischen Atlantikküste steht der älteste noch betriebene Leuchtturm der Welt – und um ihn herum eine Stadt, die von Meer, Wind und Pulpo lebt. A Coruña ist offen, lebendig und erfreulich wenig überlaufen. Eine Städtereise nach A Coruña verbindet römische Geschichte, verglaste Fassaden und eine der längsten Uferpromenaden Europas.
Sehenswürdigkeiten in A Coruña
Der Torre de Hércules wurde im 1. Jahrhundert von den Römern errichtet, im 18. Jahrhundert ummantelt und leuchtet bis heute; seit 2009 gehört er zum UNESCO-Welterbe. Nach der Legende hat Herkules hier den Riesen Geryon besiegt und auf dessen Grab den Turm gebaut. Rund um den Leuchtturm liegt ein Skulpturenpark mit Blick auf den Atlantik. Die Avenida da Mariña ist berühmt für ihre Galerías, verglaste Holzbalkone, die der Stadt den Beinamen „Stadt aus Glas“ eingebracht haben. Dahinter öffnet sich die Praza de María Pita mit dem Rathaus, benannt nach einer Heldin, die 1589 die Verteidigung gegen die englische Flotte unter Francis Drake anführte. Die Altstadt, Cidade Vella, mit romanischen Kirchen wie Santa María do Campo und dem Grab des britischen Generals John Moore im Jardín de San Carlos, ist überraschend ruhig.
Promenade, Strände und Museen
Der Paseo Marítimo zieht sich über rund 13 Kilometer um die Halbinsel – ideal zum Spazieren oder Radfahren, die roten Straßenlaternen gelten als Markenzeichen. Mitten in der Stadt liegen die Strände Riazor und Orzán, an denen ganzjährig Surfer ins Wasser gehen. Die Domus, ein Museum über den Menschen in einem Gebäude des japanischen Architekten Arata Isozaki, das Aquarium Finisterrae und das Museum der Wissenschaften bilden zusammen die Museos Científicos Coruñeses. Vom Monte de San Pedro, erreichbar mit einem gläsernen Kugelaufzug, bietet sich ein weiter Blick über Stadt und Küste.
Essen in A Coruña
Die Restaurants in A Coruña konzentrieren sich in den Gassen hinter der María-Pita-Platz, vor allem in der Calle Estrella, der Calle Galera und der Calle Barrera. Hier gibt es Pulpo á feira, gekochten Oktopus mit Paprika und Olivenöl, Zamburiñas, kleine Jakobsmuscheln, Percebes, Entenmuscheln, und Empanada gallega mit Thunfisch oder Muscheln. Dazu trinkt man einen frischen Albariño oder Ribeiro in weißen Porzellanschalen. Zum Abschluss passt ein Orujo, der galicische Tresterbrand, oder eine Queimada, die brennend zubereitet wird. Der Mercado de San Agustín und die Markthalle an der Plaza de Lugo bieten frischen Fang. Abends ist die Stadt lebhaft, besonders am Wochenende rund um Orzán.
Viertel und Ausgehen
Das Zentrum liegt auf einer schmalen Landenge zwischen Hafen und offenem Atlantik, sodass man mit wenigen Schritten vom ruhigen Hafenbecken zur Brandung wechselt. Rund um die Plaza de Lugo und die Calle Real wird eingekauft – hier eröffnete übrigens der Modekonzern Inditex, gegründet im nahen Arteixo, sein erstes Zara-Geschäft. Abends verlagert sich das Leben in die Kneipenviertel um die Calle Orzán und die Praza do Humor, wo Studenten und Einheimische bis spät feiern.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen Alvedro (LCG) liegt rund acht Kilometer südlich, Busse fahren ins Zentrum. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug ist Madrid in etwa dreieinhalb Stunden erreichbar, Santiago de Compostela in rund einer halben Stunde. Beste Reisezeit ist der Sommer, wenn das Wetter am stabilsten ist; das Klima ist mild, aber regnerisch. Im August feiert die Stadt die Fiestas de María Pita mit Konzerten und Feuerwerk. Ausflüge führen an die Costa da Morte, nach Betanzos oder in den Fischerort Sada.











