Stadt · Ebene 3

Neusatz · Нови Сад

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Region
Vojvodina, Serbien
Einwohner
368.967
Zentrum
45.2551° N · 19.8452° E
Stadtteile
7
Neusatz – Stadtansicht
Neusatz · © Zorba · CC BY-SA 4.0
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Karte von Neusatz

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Neusatz entdecken: Festung Petrovaradin und Donau

Reiseführer · redaktionell

Auf dem Uhrturm der Festung Petrovaradin über der Donau sind die Zeiger vertauscht: Der kleine zeigt die Minuten, der große die Stunden, damit Schiffer ihn aus der Ferne lesen konnten. Novi Sad, auf Deutsch Neusatz, die Hauptstadt der Wojwodina, ist entspannter als Belgrad, mit habsburgischem Flair, einer bunten Bevölkerung und einem der größten Musikfestivals Europas. Eine Reise nach Neusatz (Novi Sad) verbindet Kultur, Donau und das gute Leben in der pannonischen Tiefebene.

Eine Stadt am Grenzfluss

Novi Sad entstand im späten 17. Jahrhundert gegenüber der Festung Petrovaradin, die die Habsburger als Bollwerk gegen das Osmanische Reich ausbauten. Serbische Kaufleute und Handwerker siedelten sich an, und die Stadt wurde zum kulturellen Zentrum der Serben in der Habsburgermonarchie, das „serbische Athen“. Ungarn, Slowaken, Russinen, Kroaten und Rumänen leben bis heute hier, die Wojwodina kennt mehrere Amtssprachen. 1999 zerstörten NATO-Bomben alle Donaubrücken. 2022 war Novi Sad Kulturhauptstadt Europas. Nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs im November 2024 mit 16 Toten wurde die Stadt zum Ausgangspunkt landesweiter Proteste.

Sehenswürdigkeiten in Novi Sad

Die Festung Petrovaradin am rechten Donauufer ist eine der größten Festungen Europas, mit einem Netz unterirdischer Gänge, die man mit Führungen besuchen kann. Von ihren Mauern blickt man auf die Stadt und die Donau. Im Zentrum liegt der Freiheitsplatz, Trg Slobode, mit dem neugotischen Rathaus und der katholischen Marienkirche. Die Fußgängerzone Zmaj Jovina und die Dunavska-Straße mit ihren Cafés führen zum Donaupark. Die serbisch-orthodoxe Kathedrale des heiligen Georg und die Synagoge, ein Jugendstilbau, der heute als Konzertsaal dient, zeigen die religiöse Vielfalt. Das Matica srpska, die älteste serbische Kulturinstitution, besitzt eine bedeutende Galerie.

Exit-Festival und Ausgehen

Jeden Juli verwandelt sich die Festung in eine riesige Bühne: Das Exit-Festival, im Jahr 2000 als Studentenprotest gegen das Regime von Slobodan Milošević gegründet, zieht Musikfans aus ganz Europa an. Die Veranstalter haben allerdings angekündigt, das Festival ab 2026 nicht mehr in Serbien auszurichten. Auch sonst ist Novi Sad eine lebendige Studentenstadt mit Bars in der Altstadt und Strandbars am Donaustrand Štrand.

Essen und Wein

Die Küche der Wojwodina ist von Ungarn und Österreich geprägt: Gulasch, Fischsuppe Riblja čorba aus Donaufisch, Strudel mit Mohn oder Walnüssen und Schnitzel. In den Weinbergen der Fruška Gora und in Sremski Karlovci wachsen Weißweine und der süße Dessertwein Bermet. Märkte bieten Paprika, Käse und Wurstwaren der Region.

Unterwegs und beste Reisezeit

Der nächste Flughafen ist Belgrad, rund 80 Kilometer entfernt. Ein Schnellzug verbindet beide Städte in rund 40 Minuten. In der Stadt fahren Busse, das Zentrum ist zu Fuß erkundbar. Die beste Reisezeit ist Mai bis September. Ausflüge führen nach Sremski Karlovci mit Barockbauten und Weinkellern, in den Nationalpark Fruška Gora mit seinen orthodoxen Klöstern und an die Donau, wo man mit dem Rad auf dem Donauradweg fahren kann. Ein Neusatz-Urlaub lässt sich gut mit Belgrad kombinieren; dank des Schnellzugs ist auch ein Tagesausflug in die Hauptstadt mühelos möglich.