Zürich entdecken: Altstadt, See und Langstrasse
Reiseführer · redaktionellIm Sommer springen in Zürich Banker in der Mittagspause in die Limmat, lassen sich ein Stück treiben und steigen dann wieder aus. Die größte Stadt der Schweiz ist reicher, aber auch entspannter, als ihr Ruf vermuten lässt, und eine Städtereise nach Zürich verbindet eine mittelalterliche Altstadt mit Kunst von Weltrang, Badis am See und einem überraschend lebhaften Nachtleben.
Reformation und Revolutionäre
Zürich war schon in römischer Zeit eine Zollstation, das Kastell lag auf dem heutigen Lindenhof. Im 16. Jahrhundert predigte Huldrych Zwingli am Grossmünster und machte die Stadt zu einem Zentrum der Reformation. Später zog Zürich Flüchtlinge und Querdenker an: Lenin lebte in der Spiegelgasse, und 1916 begründeten Künstler im Cabaret Voltaire nur wenige Häuser weiter die Dada-Bewegung. Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt mit Banken, Versicherungen und Industrie, und heute ist sie das wirtschaftliche Zentrum des Landes.
Sehenswürdigkeiten in Zürich
Die Doppeltürme des Grossmünsters prägen die Silhouette, wer die Stufen eines Turms erklimmt, blickt über Altstadt, Limmat und See bis zu den Alpen. Gegenüber stehen das Fraumünster mit seinen Chorfenstern von Marc Chagall und die Kirche St. Peter mit dem größten Kirchenzifferblatt Europas. Der Lindenhof, ein ruhiger Platz über der Limmat, bietet den klassischen Blick auf die Altstadt. Das Kunsthaus Zürich, seit 2021 um einen Neubau von David Chipperfield erweitert, zeigt Werke von Munch, Giacometti und den Impressionisten, das Landesmuseum neben dem Hauptbahnhof die Geschichte der Schweiz in einem Märchenschloss. Die Bahnhofstrasse ist eine der teuersten Einkaufsstraßen der Welt.
Viertel: Altstadt bis Kreis 4
Die Altstadt mit Niederdorf auf der rechten Seite der Limmat ist voller Gassen mit Zunfthäusern, Antiquariaten und Weinstuben. Kreis 4 rund um die Langstrasse war einst das Rotlicht- und Arbeiterviertel und ist heute ein bunter Mix aus Bars, Clubs und internationalen Imbissen. Im Kreis 5, dem ehemaligen Industriequartier Zürich-West, entstanden in alten Fabriken Kulturzentren, Restaurants und die Läden unter den Bögen des Viadukts; der Prime Tower und der Freitag-Turm aus Containern sind Wahrzeichen des Wandels. Ruhiger sind die Kreise 7 und 8 am Zürichberg und am See.
Badis und Essen
Im Sommer gehört das Leben am Wasser: In den Holzbadeanstalten wie dem Frauenbad an der Limmat, dem Seebad Utoquai oder dem Flussbad Oberer Letten schwimmt und sonnt man sich mitten in der Stadt, abends werden manche zu Bars. Zur Zürcher Küche gehört das Zürcher Geschnetzelte mit Rösti, dazu probiert man Luxemburgerli, kleine Makronen eines traditionsreichen Confiseurs. Im April vertreibt das Sechseläuten den Winter, wenn der Kopf einer Schneemann-Figur, des Böögg, auf einem Scheiterhaufen explodiert.
Anreise und beste Reisezeit
Vom Flughafen Zürich fährt die S-Bahn in gut zehn Minuten zum Hauptbahnhof, Trams und Schiffe erschließen die Stadt. Ausflüge führen auf den Uetliberg, mit der Bahn auf den Hausberg, oder per Schiff über den See nach Rapperswil. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September; im August tanzen Hunderttausende bei der Street Parade.












