St. Gallen: Stiftsbibliothek, Bodensee und Churfirsten
Reiseführer · redaktionellDer Kanton St. Gallen umschließt das Appenzellerland wie ein Ring und reicht vom Bodensee über das Rheintal bis an den Zürichsee und den Walensee. Ein Urlaub in St. Gallen verbindet eine der berühmtesten Bibliotheken der Welt mit Seeufern, Thermalbädern und den Felszacken der Churfirsten.
Landschaft zwischen drei Seen
Im Norden grenzt der Kanton an den Bodensee, wo Rorschach mit seinem Kornhaus am Ufer liegt. Das St. Galler Rheintal um Altstätten bildet die Grenze zu Vorarlberg und ist für seinen Ribelmais bekannt. Im Süden ragen die Churfirsten steil über dem Walensee auf, dahinter liegen das Toggenburg mit dem Säntis-Massiv und das Sarganserland mit dem Pizol. Ganz im Westen grenzt der Kanton bei Rapperswil-Jona an den Zürichsee, verbunden durch einen Holzsteg nach Hurden.
Städte und Orte
St. Gallen entstand um eine Einsiedelei des irischen Mönchs Gallus im 7. Jahrhundert. Später machte die Textilindustrie die Stadt reich: St. Galler Spitzen und Stickereien wurden in alle Welt exportiert, Erker an den Bürgerhäusern der Altstadt erinnern an diesen Wohlstand. Das Textilmuseum erzählt die Geschichte. Rapperswil-Jona, die „Rosenstadt“, hat ein Schloss über dem See und Rosengärten mit Tausenden Sorten. Wil besitzt eine gut erhaltene Altstadt auf einem Hügel, Gossau ist Industrie- und Verkehrsknoten. Im Süden ist Bad Ragaz ein traditionsreicher Kurort, dessen Thermalwasser aus der Taminaschlucht stammt.
Das Toggenburg lockt mit Wildhaus, dem Geburtsort des Reformators Zwingli, und mit dem Klangweg zwischen Alp Sellamatt und Oberdorf, an dem Klanginstallationen aufgestellt sind. Am Walensee liegen Walenstadt und Quinten, ein Dorf ohne Straßenanschluss, das nur per Schiff oder zu Fuß erreichbar ist und dank des milden Klimas Wein und Feigen hervorbringt.
Sehenswürdigkeiten in St. Gallen
Der Stiftsbezirk St. Gallen ist UNESCO-Welterbe. Die barocke Kathedrale und die Stiftsbibliothek mit ihrem prunkvollen Rokokosaal, in dem man Filzpantoffeln trägt, bewahren Handschriften aus über 1.000 Jahren, darunter den St. Galler Klosterplan. Weitere Sehenswürdigkeiten in St. Gallen sind die „Stadtlounge“, ein roter Teppich im Bleicheli-Viertel, und die Drei Weieren über der Stadt, in denen man im Sommer badet. In der Region lohnen die Taminaschlucht, die Seilbahn auf den Chäserrugg mit einem Gipfelbau von Herzog & de Meuron und die Schifffahrt auf dem Walensee zu den Seerenbachfällen.
Essen und Trinken
Die St. Galler Kalbsbratwurst gilt als berühmteste Wurst der Schweiz und wird traditionell ohne Senf gegessen, dazu ein Bürli. Zur Olma, der großen Landwirtschaftsmesse im Oktober, ist sie allgegenwärtig. Im Toggenburg wird Käse gemacht, im Rheintal Riesling-Silvaner und Pinot Noir angebaut, und der Ribelmais wird zu Ribel, einer gerösteten Maisgrießspeise.
Anreise und beste Reisezeit
St. Gallen liegt an der Bahnlinie Zürich–Bodensee und ist von Zürich in einer guten Stunde erreichbar. Der Regionalflughafen St. Gallen-Altenrhein bietet wenige Verbindungen, meist reist man über Zürich an. Die beste Reisezeit ist von Mai bis Oktober; im Winter locken die Skigebiete im Toggenburg und am Flumserberg.






