Graubünden: 150 Täler zwischen Rhein und Inn
Reiseführer · redaktionellGraubünden ist der größte Kanton der Schweiz und der einzige mit drei Amtssprachen. Wer einen Urlaub in Graubünden plant, bewegt sich zwischen Weltkurorten wie St. Moritz und Davos, stillen Engadiner Dörfern und einer Bergbahn, deren Viadukte zum UNESCO-Welterbe gehören.
Landschaft und Sprachen
Hier entspringen Rhein und Inn, und rund 150 Täler gliedern das Gebiet. Im Norden öffnet sich das Rheintal um Chur, im Westen die Surselva mit der Rheinschlucht Ruinaulta bei Flims, im Südosten das Engadin mit seinen Seen auf rund 1.800 Metern. Südlich der Alpen liegen italienischsprachige Täler wie das Puschlav, das Bergell und das Misox. Rätoromanisch, die vierte Landessprache, hört man vor allem im Engadin und in der Surselva; Ortsnamen wie Scuol, Zernez oder Sils verraten ihren Ursprung.
Orte in Graubünden
Chur gilt als älteste Stadt der Schweiz; ihre Altstadt mit der Kathedrale und dem Bischöflichen Schloss ist kompakt und lebendig. Davos ist mit über 1.500 Metern eine der höchstgelegenen Städte Europas, bekannt für das Weltwirtschaftsforum und das Spengler-Cup-Eishockeyturnier. Thomas Manns „Zauberberg“ spielt in einem Davoser Sanatorium. St. Moritz erfand Ende des 19. Jahrhunderts den Wintertourismus und war zweimal Olympiaort. Arosa und Klosters sind ruhigere Wintersportorte, Flims-Laax ist ein Zentrum für Freestyle, Vaz/Obervaz mit Lenzerheide hat sich mit einer Biathlon-Arena und Bike-Trails einen Namen gemacht. Scuol im Unterengadin lockt mit Mineralquellen und sgraffitoverzierten Häusern.
Außerhalb der großen Orte bewahren kleine Dörfer ihren Charakter: Guarda im Unterengadin mit seinen Sgraffito-Häusern, Soglio im Bergell, ein Granitdorf über Kastanienwäldern, in dem Giovanni Segantini seine Sommer verbrachte, und Splügen mit steinernen Säumerhäusern am alten Passweg. Im Puschlav wirkt Poschiavo mit seinem Platz und den Palazzi wie eine italienische Kleinstadt. Wer diese Graubünden Reiseziele verbindet, erlebt auf einer Reise drei Sprachen und mehrere Kulturen.
Sehenswürdigkeiten in Graubünden
Die Albula- und die Berninalinie der Rhätischen Bahn sind UNESCO-Welterbe: Der Landwasserviadukt bei Filisur und das Kreisviadukt von Brusio gehören zu den meistfotografierten Bahnbauwerken der Welt. Der Schweizerische Nationalpark bei Zernez, gegründet 1914, ist der älteste der Alpen. Das Kloster St. Johann in Müstair, ebenfalls Welterbe, birgt karolingische Fresken. Weitere Sehenswürdigkeiten in Graubünden sind die Therme Vals von Peter Zumthor, der Caumasee bei Flims und das Segantini-Museum in St. Moritz.
Essen und Trinken
Capuns, in Mangoldblätter gewickelte Spätzleteigröllchen mit Salsiz, sind das Bündner Nationalgericht, dazu kommen Pizokel und Maluns aus geriebenen Kartoffeln. Bündnerfleisch, luftgetrocknetes Rindfleisch, und die Engadiner Nusstorte sind beliebte Mitbringsel. In der Bündner Herrschaft um Malans und Maienfeld wächst ein angesehener Pinot Noir.
Anreise und beste Reisezeit
Chur erreicht man von Zürich mit dem Zug in rund 75 Minuten, von dort erschließt die Rhätische Bahn mit Postautos fast jedes Tal. Der Glacier Express und der Bernina Express sind eigene Reiseerlebnisse. Skisaison ist von Dezember bis März, Wander- und Bikesaison von Juni bis Oktober, wenn sich die Lärchen im Engadin gelb färben.









