Göteborg entdecken: Kanäle, Haga und Schären
Reiseführer · redaktionellGöteborg ist Schwedens zweitgrößte Stadt und vielleicht seine sympathischste: Hafenstadt mit Kanälen, lebendigen Straßen und einer Gastronomie, die Meeresfrüchte zu einer Kunstform erhoben hat. Die Göteborger gelten als besonders humorvoll und freundlich. Eine Städtereise nach Göteborg verbindet Stadtleben mit Ausflügen in die Schären vor der Haustür.
Eine Stadt nach holländischem Vorbild
König Gustav II. Adolf gründete Göteborg 1621 als Festungsstadt an der Mündung des Göta älv, um Schweden einen Zugang zur Nordsee zu sichern. Weil die Schweden selbst wenig Erfahrung im Bau von Kanalstädten hatten, holte man niederländische Baumeister, die das Zentrum Inom Vallgraven mit Kanälen und Wällen anlegten. Im 18. Jahrhundert brachte die Schwedische Ostindien-Kompanie Tee, Porzellan und Reichtum. Später prägten Werften und Industrie die Stadt, und 1927 wurde hier Volvo gegründet. Das 400-jährige Stadtjubiläum wurde wegen der Pandemie erst 2023 gefeiert, unter anderem mit einem neuen Jubiläumspark und einer Freiluftsauna am Hafen.
Sehenswürdigkeiten in Göteborg
Inom Vallgraven, die Innenstadt innerhalb des alten Festungsgrabens, ist das historische Zentrum mit dem Gustav Adolfs torg und dem Kanal Stora Hamnkanalen, auf dem Paddan-Boote unter niedrigen Brücken hindurchfahren – so niedrig, dass Passagiere sich ducken müssen. Die Feskekôrka, eine Markthalle in Form einer neugotischen Kirche, verkauft seit 1874 Fisch und Meeresfrüchte. Die Avenyn, die Prachtstraße, führt hinauf zum Götaplatsen mit der Poseidon-Statue von Carl Milles und dem Kunstmuseum, das eine bedeutende Sammlung skandinavischer Malerei besitzt. Der Freizeitpark Liseberg, einer der größten Skandinaviens, bietet Achterbahnen und im Winter einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt. Das Universeum, ein Wissenschaftszentrum mit Regenwald und Aquarium, ist ideal für Familien.
Viertel: Haga, Vasastaden und Majorna
Haga ist das älteste Vorstadtviertel mit Holzhäusern und Kopfsteinpflaster; in seinen Cafés gibt es die Hagabullen, riesige Zimtschnecken. Vasastaden mit Jugendstilhäusern und Universitätsgebäuden, Olivedal mit kleinen Cafés und Heden mit seinen großen Wiesen gehören zum lebendigen Zentrum. Stampen und Gamlestaden, die ursprüngliche Siedlung vor der Stadtgründung, sind gerade im Wandel. Auf der Nordseite des Flusses entsteht in Kvillebäcken und Lindholmen ein neues, modernes Göteborg mit Wohnungen und Technologiefirmen. Majorna und Linnéstaden im Westen sind entspannt, mit Second-Hand-Läden, Märkten und Kneipen.
Essen in Göteborg
Göteborg gilt als Hauptstadt der schwedischen Meeresfrüchte. Krabben, Hummer, Austern und Garnelen kommen direkt von der Westküste, und Räksmörgås, das Krabbenbrot, ist ein Muss. Mehrere Restaurants der Stadt tragen Michelin-Sterne. Die Markthalle Stora Saluhallen am Kungstorget bietet regionale Delikatessen. Fika gehört natürlich dazu, und abends treffen sich die Göteborger in den Bars der Linnégatan oder in Brauereien wie in Majorna.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen Landvetter (GOT) liegt rund 25 Kilometer östlich, Flughafenbusse fahren in etwa 30 Minuten ins Zentrum. Göteborg hat das größte Straßenbahnnetz Skandinaviens, und mit einem ÖPNV-Ticket kann man auch die Fähren in die südlichen Schären nutzen, zu autofreien Inseln wie Styrsö, Vrångö und Brännö. Beste Reisezeit ist von Mai bis September, im August findet das Musikfestival Way Out West statt.













