Distrikt Beja: Alentejo-Weite und wilde Westküste
Reiseführer · redaktionellEin Urlaub im Distrikt Beja bietet zwei sehr verschiedene Welten: im Westen die wilde Atlantikküste um Vila Nova de Milfontes und Zambujeira do Mar, im Osten die heiße, stille Ebene des unteren Alentejo mit weißen Städten wie Serpa, Moura und Mértola. Der Distrikt ist der flächengrößte Portugals und einer der am dünnsten besiedelten.
Landschaft und Lage
Beja nimmt den Süden des Alentejo ein, nördlich der Algarve. Im Westen gehört die Küste zum Naturpark Südwest-Alentejo und Costa Vicentina, mit Steilklippen, versteckten Buchten und Storchennestern auf Felsnadeln im Meer. Landeinwärts liegen die Hügel der Serra do Caldeirão und weite Weizenebenen, Olivenhaine und Korkeichenwälder. Im Osten schneidet der Guadiana ein tiefes Tal, und im Nordosten reicht der Distrikt an den Alqueva-Stausee. Die Sommer im Inneren gehören zu den heißesten Europas.
Die Küste: Milfontes und Odemira
Vila Nova de Milfontes liegt an der Mündung des Mira und ist ein beliebter Badeort mit Strand am Fluss und am offenen Meer. Weiter südlich gehören São Teotónio und das Fischerdorf Zambujeira do Mar zur Gemeinde Odemira, im Sommer findet hier das Musikfestival MEO Sudoeste statt. Die Rota Vicentina, ein Netz von Wanderwegen, führt mit dem Fischerpfad direkt an der Klippenkante entlang und gehört zu den schönsten Küstenwanderungen Europas. Im Hinterland prägen ausgedehnte Gewächshäuser für Beeren die Gegend.
Sehenswürdigkeiten im Inneren
Beja, die Distrikthauptstadt, wird vom hohen Bergfried ihrer Burg überragt. Das Regionalmuseum im Kloster Nossa Senhora da Conceição erinnert an die Nonne Mariana Alcoforado, der die berühmten „Portugiesischen Briefe“ zugeschrieben werden. Mértola am Guadiana ist eine Museumsstadt: Die Hauptkirche war einst eine Moschee, und überall zeigen kleine Museen islamische und römische Funde. Serpa hat eine Altstadt mit Aquädukt und Stadtmauer und ist berühmt für ihren Schafskäse. Moura besitzt ein maurisches Viertel und eine Burg, die Gegend ist für ihr Olivenöl bekannt.
Essen und Trinken
Der Queijo Serpa, ein cremiger Schafskäse, wird mit dem Löffel gegessen. Dazu kommen Migas, Açorda, Lamm, Schwein vom schwarzen Iberischen Schwein und Brot aus Holzöfen. An der Küste gibt es Fisch, Muscheln und Entenmuscheln, die Fischer an den Klippen sammeln. Die Weine aus der Vidigueira werden teils nach römischer Art in großen Tonamphoren vergoren. In vielen Dörfern singen Männerchöre den Cante Alentejano.
Anreise und beste Reisezeit
Beja ist von Lissabon über die A2 und die IP2 in gut zwei Stunden erreichbar; für die meisten Orte ist ein Auto unverzichtbar. Der Flughafen Beja wird kaum im Linienverkehr genutzt, daher landen die meisten Besucher in Lissabon oder Faro. Die beste Reisezeit ist von März bis Juni und im Herbst. An der Küste ist der Sommer angenehm frisch, im Landesinneren steigen die Temperaturen dann oft auf über 40 Grad. Im Frühling dagegen ist das Land grün, die Felder sind voller Mohn und Margeriten, und an der Küste blühen seltene Pflanzen, die nur in diesem Küstenstreifen vorkommen.





