Stadt · Ebene 3

Posen · Poznań

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Region
Woiwodschaft Großpolen, Polen
Einwohner
546.859
Zentrum
52.4083° N · 16.9335° E
Stadtteile
7
Posen – Stadtansicht
Posen · © Stanisław Szewczyk · CC BY 3.0
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Karte von Posen

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Posen entdecken: Ziegenböcke, Rathaus und Kathedrale

Reiseführer · redaktionell

Jeden Mittag um zwölf öffnet sich über der Uhr des Posener Rathauses eine kleine Tür, und zwei mechanische Ziegenböcke stoßen zwölfmal die Hörner gegeneinander – vor einer Menge staunender Zuschauer. Posen, polnisch Poznań, ist eine der ältesten Städte Polens und Wiege des polnischen Staates. Eine Städtereise nach Posen ist eine Entdeckung abseits der bekannten Ziele, mit einer prachtvollen Altstadt und lebendiger Studentenszene.

Wiege Polens

Auf der Dominsel ließ sich im 10. Jahrhundert Fürst Mieszko I. taufen, und hier entstand das erste Bistum Polens. Im Mittelalter wuchs Posen zu einer bedeutenden Handelsstadt. Ab 1793 gehörte es zu Preußen, und das Kaiserviertel mit dem Kaiserschloss Wilhelms II. stammt aus dieser Zeit. 1918/19 erkämpften die Großpolen im Aufstand die Rückkehr zu Polen. Im Juni 1956 kam es hier zum ersten großen Arbeiteraufstand gegen das kommunistische Regime, an den ein Denkmal mit zwei Kreuzen erinnert.

Sehenswürdigkeiten in Posen

Der Alte Markt in der Altstadt gehört zu den schönsten Plätzen Polens. In der Mitte steht das Rathaus, ein Meisterwerk der Renaissance mit seiner Loggia-Fassade, in dem das Stadtgeschichtliche Museum untergebracht ist. Davor reihen sich kleine, bunte Krämerhäuser mit Arkaden. Die barocke Pfarrkirche St. Stanislaus mit rosa Fassade ist eine der prächtigsten Kirchen Polens. Auf der Dominsel steht die Kathedrale, in der die ersten polnischen Herrscher bestattet wurden; das multimediale Museum Brama Poznania erzählt die Geschichte der Anfänge Polens. Das Kaiserschloss ist heute ein Kulturzentrum.

Museen und Viertel

Im Croissant-Museum erfährt man, wie die Rogale świętomarcińskie gebacken werden, Hörnchen mit weißer Mohnfüllung, die zum Martinstag am 11. November in großen Mengen gegessen werden. Das Nationalmuseum zeigt polnische und europäische Malerei. Rund um die Altstadt liegen Jersitz, ein Viertel mit Jugendstilhäusern, und Wilda mit seinem Markt. Die alte Brauerei Stary Browar wurde zu einem preisgekrönten Einkaufs- und Kulturzentrum umgebaut.

Essen und Ausgehen

Die großpolnische Küche kennt Pyry z gzikiem, Kartoffeln mit Quark und Schnittlauch, Ente mit Rotkohl und Szare kluski, graue Kartoffelklöße. Die Martinshörnchen gibt es das ganze Jahr in Bäckereien. Posen ist eine Studentenstadt mit vielen Hochschulen, und rund um den Alten Markt reihen sich Bars, Pubs und Clubs aneinander.

Unterwegs und beste Reisezeit

Der Flughafen Ławica liegt nur wenige Kilometer westlich des Zentrums und ist per Bus angebunden. Posen liegt an der Bahnstrecke Berlin–Warschau, Berlin ist in knapp drei Stunden erreichbar. Straßenbahnen und Busse erschließen die Stadt. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September; am Maltasee im Osten kann man rudern, baden und spazieren. Ausflüge führen nach Gnesen mit seiner Kathedrale und deren berühmter romanischer Bronzetür, zum Schloss Kórnik mit seinem Arboretum und nach Rogalin, wo im Park jahrhundertealte Eichen stehen. Im Juni zieht das Theaterfestival Malta internationales Publikum an, und im November feiert die Stadt den Martinstag mit Umzug und Hörnchen. Posen ist zudem eine Messestadt; während großer Messen steigen die Hotelpreise deutlich.