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Krakau · Kraków

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Region
Woiwodschaft Kleinpolen, Polen
Einwohner
804.237
Zentrum
50.0619° N · 19.9369° E
Stadtteile
5
Krakau – Stadtansicht
Krakau · © Paul Colin Hennig firstdorsal.eu · CC BY-SA 4.0
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Karte von Krakau

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Krakau entdecken: Wawel, Rynek und Kazimierz

Reiseführer · redaktionell

Jede volle Stunde bläst ein Trompeter vom Turm der Marienkirche das „Hejnał“ – und bricht mitten im Ton ab, in Erinnerung an einen Wächter, der der Legende nach im 13. Jahrhundert von einem Pfeil getroffen wurde. Krakau, die alte Königsstadt Polens, hat den Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt überstanden. Eine Städtereise nach Krakau führt über einen der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas, auf den Wawelhügel und in das einstige jüdische Viertel Kazimierz.

Die Königsstadt

Krakau war vom 11. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts Hauptstadt Polens und Krönungsort seiner Könige. 1364 wurde hier die Jagiellonen-Universität gegründet, an der später Nikolaus Kopernikus studierte. Kazimierz war über Jahrhunderte ein Zentrum jüdischen Lebens. Im Zweiten Weltkrieg machten die deutschen Besatzer Krakau zur Hauptstadt des „Generalgouvernements“, die jüdische Bevölkerung wurde ins Ghetto in Podgórze gezwungen und ermordet. Die Altstadt gehörte 1978 zu den ersten Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste.

Sehenswürdigkeiten in Krakau

Der Rynek Główny, der Hauptmarkt, wird von den Tuchhallen in der Mitte geteilt, in denen Händler Bernstein und Souvenirs verkaufen und darunter ein Museum die Geschichte des Platzes zeigt. Die Marienkirche mit ihren ungleichen Türmen birgt den Hochaltar von Veit Stoß, einen der größten gotischen Schnitzaltäre der Welt. Über den Königsweg gelangt man zum Wawel, dem Hügel mit Königsschloss und Kathedrale, in der polnische Könige und Nationalhelden begraben liegen. Unter dem Hügel liegt die Drachenhöhle, vor deren Eingang ein Bronzedrache Feuer speit. Rund um die Altstadt zieht sich der Planty-Park, wo früher die Stadtmauern standen; erhalten sind das Florianstor und die Barbakane.

Kazimierz und Podgórze

Im Viertel Kazimierz stehen mehrere Synagogen, darunter die Alte Synagoge und die Remuh-Synagoge mit ihrem Friedhof. Heute ist Kazimierz auch das Ausgehviertel der Stadt, mit Cafés, Bars und Zapiekanki, überbackenen Baguettehälften, am Plac Nowy. Jenseits der Weichsel liegt Podgórze, das Viertel des ehemaligen Ghettos. In der früheren Emaillefabrik von Oskar Schindler erzählt ein Museum von Krakau unter deutscher Besatzung. Das MOCAK nebenan zeigt zeitgenössische Kunst.

Museen und Kultur

Im Czartoryski-Museum hängt Leonardos „Dame mit dem Hermelin“, eines von nur wenigen erhaltenen Porträts des Meisters. Das Nationalmuseum zeigt polnische Kunst, das Collegium Maius, das älteste Gebäude der Universität, alte wissenschaftliche Instrumente. In Nowa Huta im Osten, einer sozialistischen Planstadt der 1950er-Jahre, lässt sich die Architektur der Volksrepublik erkunden.

Essen in Krakau

Der Obwarzanek, ein Hefekringel, wird an Ständen auf der Straße verkauft. Pierogi, Żurek, Kiełbasa vom Grill und Placki, Kartoffelpuffer, gehören zur Krakauer Küche. In den Milchbars isst man günstig, die Restaurants in Krakau reichen von traditionellen Kellerlokalen bis zu moderner polnischer Küche. Abends trifft man sich in den Kellerbars der Altstadt und in Kazimierz. Eine Krakauer Besonderheit sind die Wodkabars, in denen kleine Gläser mit aromatisierten Wodkas und Häppchen wie eingelegtem Hering serviert werden.

Unterwegs und beste Reisezeit

Der Flughafen Balice liegt rund 15 Kilometer westlich, ein Zug fährt in etwa 20 Minuten zum Hauptbahnhof. Straßenbahnen und Busse erschließen die Stadt, die Altstadt ist zu Fuß zu erkunden. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September; im Advent lockt der Weihnachtsmarkt auf dem Rynek, wo im Dezember auch die berühmten Krakauer Krippen ausgestellt werden. Ausflüge führen in das Salzbergwerk Wieliczka, das UNESCO-Welterbe ist, und zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, rund 70 Kilometer westlich, die man mit einer Führung besuchen sollte. Weiter südlich liegen die Tatra und Zakopane, mit dem Bus in rund zwei Stunden erreichbar, und das Benediktinerkloster Tyniec auf einem Kalkfelsen über der Weichsel, das man im Sommer auch mit dem Schiff ansteuern kann. Wer im Juni kommt, erlebt das Festival der jüdischen Kultur in Kazimierz mit Konzerten und Workshops, im Dezember den Krippenwettbewerb. Krakau ist preiswerter als die meisten westeuropäischen Städte, an Wochenenden aber bei Junggesellenabschieden beliebt; unter der Woche ist die Altstadt ruhiger.