Oslo entdecken: Fjord, Oper und Munch
Reiseführer · redaktionellMan kann in Oslo auf ein Opernhaus hinaufspazieren, nach der Arbeit in einer schwimmenden Sauna im Fjord schwitzen und mit der U-Bahn in einer halben Stunde im Wald stehen. Eine Städtereise nach Oslo zeigt eine Hauptstadt, die sich in den letzten Jahren am Wasser neu erfunden hat.
Neue Uferpromenade
Wo früher Containerhäfen und Schnellstraßen lagen, zieht sich heute eine Promenade am Oslofjord entlang. Ihr Auftakt ist das Opernhaus von 2008, dessen weiß geneigtes Dach aus Marmor wie eine Eisscholle aus dem Wasser ragt und frei begehbar ist. Daneben ragt seit 2021 das Munch-Museum in die Höhe, das die weltgrößte Sammlung von Edvard Munch zeigt, darunter Fassungen des „Schrei“. Die Bibliothek Deichman Bjørvika gegenüber lohnt einen Blick allein wegen ihrer Architektur. Im Westen verbinden Aker Brygge und Tjuvholmen Restaurants, Wohnungen und das Astrup-Fearnley-Museum für Gegenwartskunst. Über dem Hafen thront die mittelalterliche Festung Akershus.
Sehenswürdigkeiten in Oslo
Das Nasjonalmuseet, 2022 eröffnet, ist das größte Kunstmuseum Skandinaviens. Im Vigeland-Park, Teil des Frognerparks, stehen über 200 Skulpturen von Gustav Vigeland, gekrönt vom Monolithen aus ineinander verschlungenen Körpern. Auf der Halbinsel Bygdøy, mit der Fähre erreichbar, liegen das Norwegische Volksmuseum mit einer Stabkirche sowie die Museen zum Polarschiff Fram und dem Kon-Tiki-Floß. Das Wikingerschiffsmuseum wird zum Museum der Wikingerzeit umgebaut, die Wiedereröffnung ist für 2027 geplant. Hoch über der Stadt steht die Skisprungschanze am Holmenkollen mit Skimuseum und Aussichtsplattform.
Von Christiania zu Oslo
Die Stadt wurde um das Jahr 1040 gegründet, brannte aber 1624 nieder. König Christian IV. ließ sie daraufhin im Schutz der Festung Akershus neu anlegen und nannte sie Christiania. Erst 1925 erhielt sie ihren alten Namen zurück. Seit der Unabhängigkeit Norwegens 1905 ist Oslo Hauptstadt; das Schloss am Ende der Karl Johans gate, der Hauptstraße, ist Sitz des Königs, und im Rathaus mit seinen Wandgemälden wird jedes Jahr am 10. Dezember der Friedensnobelpreis verliehen.
Viertel, Essen und Ausgehen
Das frühere Arbeiterviertel Grünerløkka am Fluss Akerselva ist heute das Zentrum für Secondhandläden, Cafés und Bars. Hier liegt auch Mathallen, eine Markthalle mit norwegischen Spezialitäten wie Rentierwurst, Brunost, dem süßlichen braunen Käse, und frischen Krabben. In St. Hanshaugen und Sagene geht es ruhiger zu, in Gamle Oslo finden sich die Reste der mittelalterlichen Stadt. Essen in Oslo ist teuer, doch Fischsuppe, Zimtschnecken und Hotdogs am Kiosk sind erschwingliche Klassiker. Die Restaurantszene reicht von Nordischer Küche bis zu Streetfood.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafenexpress Flytoget bringt Reisende in rund 20 Minuten von Gardermoen zum Hauptbahnhof. U-Bahn, Straßenbahnen und Fähren zu den Inseln im Fjord nutzen ein gemeinsames Ticket. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September, wenn die Tage lang sind und man auf Inseln wie Hovedøya baden kann. Im Winter locken Langlaufloipen in der Nordmarka, die mit der T-Bane erreichbar sind.













