Cuautitlán Izcalli entdecken: Planstadt im Norden
Reiseführer · redaktionellCuautitlán Izcalli wurde 1973 am Reißbrett geplant, als moderne Stadt für den wachsenden Norden des Großraums Mexiko-Stadt. Für Reisende ist die Gemeinde im Estado de México ein praktischer Ausgangspunkt: Das barocke Tepotzotlán, ein Stausee und der neue Flughafen AIFA liegen ganz in der Nähe.
Eine junge Stadt mit alten Nachbarn
Der Name verbindet Cuautitlán, „zwischen den Bäumen“, mit dem Nahuatl-Wort Izcalli, „neues Haus“. Ab 1971 plante der Staat hier eine Satellitenstadt mit Wohngebieten, Industriezonen und breiten Straßen, 1973 wurde Cuautitlán Izcalli zur eigenständigen Gemeinde. Die Nachbarorte sind deutlich älter: Cuautitlán war schon vor der Conquista eine bedeutende Siedlung, und hier wurde Juan Diego geboren, der der Überlieferung nach die Erscheinung der Jungfrau von Guadalupe erlebte. Heute leben in Izcalli über eine halbe Million Menschen, viele pendeln täglich nach Mexiko-Stadt.
Sehenswürdigkeiten in Cuautitlán Izcalli
Klassische Sehenswürdigkeiten sind in der jungen Stadt rar. Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Lago de Guadalupe, ein Stausee am Rand der Gemeinde, umgeben von Wäldern und Hügeln, wo man spazieren, rudern und picknicken kann. Ausritte, Kajaktouren und Mountainbike-Strecken machen ihn zu einem Naherholungsziel für den ganzen Norden des Großraums. Im Stadtgebiet bieten mehrere Parks und Sportanlagen Grünflächen, die vor allem am Wochenende von Familien genutzt werden. Im benachbarten Cuautitlán steht die Kathedrale San Buenaventura mit Kunstwerken aus der Kolonialzeit. Der Ortsteil Huilango erinnert mit seinem Namen an die indigenen Wurzeln der Region.
Essen und Ausgehen
Die Küche entspricht der des Hochtals: Barbacoa und Consomé am Wochenende, Tacos al pastor, Quesadillas und Tamales an jeder Ecke. In Tepotzotlán, nur wenige Minuten entfernt, gibt es Restaurants mit Terrassen am Hauptplatz und Pulquerías. In Izcalli selbst konzentrieren sich Restaurants, Bars und Kinos in den Einkaufszentren entlang der Autobahn México–Querétaro und rund um das Zentrum Urbano. Mercados und Tianguis bieten frisches Obst, Gemüse und Garküchen. Am Lago de Guadalupe gibt es am Wochenende kleine Lokale, in denen Forellen und Quesadillas mit Blick aufs Wasser serviert werden. Wer Pulque probieren möchte, findet in den Dörfern der Umgebung noch traditionelle Ausschänke, in denen das Getränk frisch aus dem Fass kommt.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der Tren Suburbano verbindet die Station Cuautitlán mit Buenavista in Mexiko-Stadt in rund 25 Minuten; der Flughafen AIFA (NLU) liegt rund 25 Kilometer nordöstlich. Die Autobahn México–Querétaro durchquert die Gemeinde. Wie in vielen Gemeinden des Estado de México gibt es Probleme mit Kriminalität; nachts empfiehlt sich, Fahrdienste zu nutzen. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Oktober bis April. Der wichtigste Ausflug führt nach Tepotzotlán: Das ehemalige Jesuitenkolleg mit der Kirche San Francisco Javier, einem Meisterwerk des churrigueresken Barocks, beherbergt das Museo Nacional del Virreinato. In der Nähe liegt der Arcos del Sitio, ein Aquädukt aus dem 18. Jahrhundert, dessen Bögen eine tiefe Schlucht überspannen und das man bei einer Wanderung erkunden kann. Zur Weihnachtszeit führt Tepotzotlán traditionelle Pastorelas auf, Krippenspiele mit Musik und Humor.

