Vancouver entdecken: Stanley Park, Berge und Meer
Reiseführer · redaktionellMorgens auf die Piste, nachmittags am Strand, abends Sushi mit Blick auf schneebedeckte Gipfel: Vancouver liegt zwischen Pazifik und Coast Mountains und gilt als eine der lebenswertesten Städte der Welt. Eine Städtereise nach Vancouver ist zugleich ein Naturerlebnis.
Holzfäller, Eisenbahn und Olympia
Seit Jahrtausenden leben hier die Musqueam, Squamish und Tsleil-Waututh, deren Kultur heute wieder stärker sichtbar ist. 1792 vermaß der britische Kapitän George Vancouver die Küste. Aus einer Holzfällersiedlung, die nach einem gesprächigen Wirt „Gastown“ genannt wurde, entstand die Stadt; 1887 erreichte die transkontinentale Eisenbahn den Pazifik hier. Vancouver wurde zum wichtigsten Hafen Kanadas am Pazifik und zieht seit Jahrzehnten viele Einwanderer aus Asien an. Die Expo 1986 und die Olympischen Winterspiele 2010 machten die Stadt weltweit bekannt.
Sehenswürdigkeiten in Vancouver
Der Stanley Park ist größer als der Central Park in New York und fast vollständig von Wasser umgeben. Die Seawall, ein rund neun Kilometer langer Uferweg, ist ideal zum Radfahren und Joggen; am Brockton Point stehen Totempfähle verschiedener Küstenvölker, und das Vancouver Aquarium liegt mitten im Park. Am Rand von Downtown thront Canada Place mit seinen weißen Segeldächern, wo Kreuzfahrtschiffe nach Alaska ablegen. Der Aussichtsturm Vancouver Lookout bietet einen Rundblick. Gastown, das älteste Viertel, hat Kopfsteinpflaster und eine dampfbetriebene Uhr, die zur vollen Stunde pfeift. Auf Granville Island unter der Brücke liegen ein Markt, Künstlerateliers und eine kleine Brauerei.
Viertel zwischen West End und Kitsilano
Das West End neben dem Stanley Park ist eines der dichtesten Wohnviertel Nordamerikas, mit Hochhäusern, viktorianischen Häusern, Stränden an der English Bay und der Davie Street als Zentrum der LGBTQ-Szene. Chinatown, eines der größten Kanadas, besitzt mit dem Dr. Sun Yat-Sen Classical Chinese Garden einen klassischen Garten im Stil der Ming-Zeit. In Kitsilano südlich der False Creek trifft man Yoga-Studios, Strand und Basketballplätze, Mount Pleasant und Main Street sind bekannt für Craft-Bier, Vintage-Läden und Wandmalereien. Grandview-Woodland mit der Commercial Drive ist das italienisch geprägte, alternative Viertel.
Museen und Kultur
Das Museum of Anthropology der University of British Columbia, in einem Gebäude von Arthur Erickson, zeigt monumentale Totempfähle und Kunst der Küstenvölker, darunter Skulpturen von Bill Reid. Die Vancouver Art Gallery widmet sich unter anderem Emily Carr, deren Bilder von Regenwäldern und Totempfählen berühmt sind. Vancouver ist zudem als „Hollywood North“ ein wichtiger Drehort für Filme und Serien; viele Straßenecken wirken vertraut, weil sie in Produktionen schon New York, Seattle oder ferne Planeten darstellten. Im Science World, der geodätischen Kugel an der False Creek, experimentieren Familien, und das Bill Reid Gallery in Downtown widmet sich der Kunst der Haida und anderer Küstenvölker. Im Sommer bringt das Festival Bard on the Beach Shakespeare-Aufführungen in Zelte am Vanier Park, mit Blick auf Meer und Berge.
Essen und Ausgehen
Die Restaurants in Vancouver profitieren von frischen Meeresfrüchten und der Nähe zu Asien. Wildlachs, Spot Prawns, Austern und Dungeness-Krabben stehen auf vielen Karten. Die Stadt hat einige der besten Sushi- und Dim-Sum-Lokale außerhalb Asiens; in Richmond, südlich der Stadt, findet man Nachtmärkte und Food Courts mit chinesischen Spezialitäten. Eine lokale Erfindung ist die California Roll, die hier entstanden sein soll. Abends trifft man sich in Craft-Bier-Brauereien in Mount Pleasant, in Cocktailbars in Gastown oder an der Granville Street mit ihren Clubs.
Unterwegs, beste Reisezeit und Ausflüge
Der Flughafen Vancouver International liegt auf Sea Island südlich der Stadt; die Canada Line des SkyTrain fährt in etwa 25 Minuten nach Downtown. SkyTrain, Busse und der SeaBus nach North Vancouver bilden ein gutes Netz. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, wenn es trocken und mild ist. Im Winter regnet es oft, auf den Bergen fällt Schnee. Beliebte Ausflüge führen zur Capilano-Hängebrücke, auf den Grouse Mountain, über den Sea-to-Sky Highway nach Whistler und mit der Fähre nach Vancouver Island.












