Québec entdecken: Altstadtmauern und Château Frontenac
Reiseführer · redaktionellQuébec ist die einzige Stadt nördlich von Mexiko, deren Stadtmauer noch fast vollständig erhalten ist. Eine Städtereise nach Québec führt durch steile Gassen, vorbei an Steinhäusern aus dem 17. Jahrhundert und hinauf zum Château Frontenac über dem Sankt-Lorenz-Strom.
Wiege des französischen Amerika
Samuel de Champlain gründete Québec 1608 an einer Stelle, an der sich der Sankt-Lorenz-Strom verengt – „kébec“ bedeutet in der Sprache der Algonkin „wo der Fluss schmal wird“. Die Stadt wurde zur Hauptstadt Neufrankreichs. 1759 besiegten die Briten in der Schlacht auf den Plaines d’Abraham die Franzosen, beide Generäle, Wolfe und Montcalm, starben. Trotz britischer Herrschaft blieb Québec französisch geprägt; heute sprechen über 90 Prozent der Bewohner Französisch als Muttersprache. 1985 wurde das historische Viertel UNESCO-Welterbe.
Sehenswürdigkeiten in Québec
Das Wahrzeichen ist das Château Frontenac, ein Hotel im Stil eines Loire-Schlosses, das 1893 eröffnet wurde und als eines der meistfotografierten Hotels der Welt gilt. Davor verläuft die Terrasse Dufferin, eine Holzpromenade mit Blick über den Fluss. Von hier führt eine Standseilbahn hinunter in die Unterstadt, das Quartier Petit Champlain mit Boutiquen, Restaurants und der Place Royale, wo die Kirche Notre-Dame-des-Victoires steht. Auf der Stadtmauer kann man rund um die Oberstadt spazieren. Die sternförmige Zitadelle ist noch heute militärisch genutzt, im Sommer findet hier die Wachablösung statt. Der Park Plaines d’Abraham erinnert an die Schlacht und ist ein beliebter Ort für Konzerte. Das Musée de la civilisation und das Musée national des beaux-arts du Québec zeigen Geschichte und Kunst der Provinz.
Viertel und Essen
Außerhalb der Mauern liegt die Rue Saint-Jean mit Cafés und Bars, das Viertel Saint-Roch in La Cité-Limoilou hat sich mit Bistros, Mikrobrauereien und Start-ups neu erfunden. Die Restaurants in Québec servieren typische Gerichte wie Tourtière, eine Fleischpastete, Cretons, Pea Soup und natürlich Poutine. Im Marché du Vieux-Port gibt es Käse, Cidre und Ahornprodukte der Region. Im Frühjahr laden die Zuckerhütten im Umland zu Festessen mit Ahornsirup. Abends sitzt man in einem Pub an der Grande Allée oder in einer Brauerei in Saint-Roch und probiert Bier aus Québec, das zu den spannendsten Kanadas gehört. Wer ein besonderes Erlebnis sucht, übernachtet im Winter im Hôtel de Glace am Stadtrand, einem Hotel, das jedes Jahr aus Schnee und Eis neu gebaut wird.
Feste und Ausflüge
Höhepunkt des Winters ist der Carnaval de Québec im Februar, einer der größten Winterkarnevals der Welt, mit Schneemann-Maskottchen Bonhomme, Eispalast, Nachtumzügen und Kanurennen auf dem vereisten Fluss. Im Sommer lockt das Festival d’été mit Konzerten. Nur wenige Kilometer entfernt stürzt der Montmorency-Wasserfall höher als die Niagarafälle in die Tiefe. Die Île d’Orléans mit Obstgärten, Weinbergen und Dörfern liegt direkt gegenüber, weiter östlich die Wallfahrtskirche Sainte-Anne-de-Beaupré.
Anreise und beste Reisezeit
Der Flughafen Jean-Lesage liegt rund 15 Kilometer westlich, Züge fahren nach Montreal in rund drei Stunden. Die Altstadt erkundet man zu Fuß, Busse verbinden die Stadtteile, und eine Fähre setzt über nach Lévis mit Blick auf die Skyline. Die beste Reisezeit ist von Juni bis Oktober, besonders schön ist der Herbst mit bunten Wäldern. Wer den Winter mag, kommt im Februar zum Karneval.











