Mito entdecken: Pflaumenblüte, Kairakuen und Nattō
Reiseführer · redaktionellEnde Februar, wenn anderswo noch Winter herrscht, duftet es in Mito nach Pflaumenblüten. Dann ist der Kairakuen-Garten das Ziel unzähliger Tagesausflügler aus Tokio – und ein guter Anlass für eine Reise nach Mito, der Hauptstadt der Präfektur Ibaraki, die eng mit einer der mächtigsten Seitenlinien der Tokugawa verbunden ist.
Die Stadt der Mito-Tokugawa
In der Edo-Zeit regierte hier einer der drei Zweige der Tokugawa-Familie. Am bekanntesten ist Tokugawa Mitsukuni, als „Mito Kōmon“ Held einer jahrzehntelang laufenden Fernsehserie, die ihn als reisenden Gerechtigkeitsstifter zeigt. Mitsukuni ließ das Geschichtswerk Dai Nihonshi beginnen, aus dem die sogenannte Mito-Schule hervorging, die das Denken der späten Edo-Zeit stark prägte. Sein Nachfahre Tokugawa Nariaki gründete 1841 den Kōdōkan, eine der größten Lehranstalten für Samurai. Die erhaltenen Gebäude mit Holzdielen und Schiebetüren lassen sich besichtigen; im Hof blühen ebenfalls Pflaumenbäume. Ein Stück Burggeschichte vermittelt auch das rekonstruierte Ōtemon-Tor der früheren Burg Mito, deren Gelände heute Schulen beherbergt. Im Tokugawa-Museum sind Rüstungen, Schriftrollen und Alltagsgegenstände der Fürstenfamilie ausgestellt.
Sehenswürdigkeiten in Mito
Nariaki legte auch den Kairakuen an, der zu den drei großen Landschaftsgärten Japans zählt. Rund 3.000 Pflaumenbäume in etwa hundert Sorten stehen hier, dazu ein Bambuswald und ein Zedernhain. Das Pflaumenfest läuft meist von Mitte Februar bis Mitte März. Vom zweistöckigen Kōbuntei-Pavillon schaut man auf den Senba-See, an dessen Ufer Schwäne und Spaziergänger unterwegs sind. Ein Kontrast dazu ist der Art Tower Mito: Arata Isozaki entwarf das Kulturzentrum mit einem rund 100 Meter hohen Turm aus verdrehten Titan-Tetraedern, in dem Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Konzerte und Theater stattfinden.
Essen in Mito: Nattō und Ankō-Nabe
Ibaraki ist die Heimat des Nattō, fermentierter Sojabohnen mit Fäden ziehender Konsistenz. In Mito wird es in Strohbündeln verkauft und als Souvenir mitgenommen; manche Restaurants servieren Nattō-Tempura oder Nattō-Spaghetti. Im Winter steht Ankō-Nabe auf dem Tisch, ein Eintopf mit Seeteufel aus dem Pazifik. Rund um den Bahnhof gibt es zahlreiche Ramen-Lokale und Izakaya, in denen auch Sake aus den Brauereien der Präfektur ausgeschenkt wird.
Ausflüge in die Umgebung
Rund eine halbe Stunde entfernt liegt in Hitachinaka der Hitachi Seaside Park, berühmt für Hügel voller blauer Nemophila im April und Mai sowie rot leuchtender Kochia im Oktober. Im Norden stürzen die Fukuroda-Wasserfälle in mehreren Stufen herab und frieren in kalten Wintern teilweise zu. An der Küste bei Ōarai locken ein Fischmarkt, ein Aquarium und der Ōarai-Isosaki-Schrein mit dem Torii auf einem Felsen in der Brandung.
Anreise und beste Reisezeit
Die Expresszüge Hitachi und Tokiwa verbinden Tokio und Ueno über die Jōban-Linie mit Mito. Der Flughafen Ibaraki bietet einige Inlands- und Asienverbindungen. Die beste Reisezeit ist die Pflaumenblüte im Spätwinter, gefolgt vom Frühling für den Seaside Park und dem Herbst mit klarer Luft. Im Zentrum sind Kairakuen und Kōdōkan mit Bussen ab dem Bahnhof in wenigen Minuten erreichbar, während der Pflaumenblüte hält sogar ein Sonderbahnhof direkt am Garten.



