Kamakura entdecken: Großer Buddha, Zen und Meer
Reiseführer · redaktionellEine Stunde südlich von Tokio, zwischen bewaldeten Hügeln und der Sagami-Bucht, regierten einst die ersten Shōgune Japans. Ein Urlaub in Kamakura verbindet Zen-Tempel, den berühmten Großen Buddha und Strände, an denen sich am Wochenende Surfer und Familien aus der Hauptstadt treffen.
Hauptstadt der Samurai
Ende des 12. Jahrhunderts machte Minamoto no Yoritomo das von Hügeln und Meer geschützte Kamakura zum Sitz der ersten Militärregierung Japans. Bis 1333 wurde von hier aus das Land regiert, und in dieser Zeit fasste der Zen-Buddhismus in Japan Fuß. Aus dieser Epoche stammen die großen Tempel, die heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kamakura zählen. Der Tsurugaoka-Hachimangū, Schutzheiligtum der Minamoto, ist das Zentrum der Stadt; die breite Prachtstraße Wakamiya-Ōji führt vom Meer schnurgerade zu ihm hinauf.
Tempel, Buddha und Wanderwege
Der Große Buddha des Kōtoku-in, eine rund elf Meter hohe Bronzefigur aus dem 13. Jahrhundert, sitzt seit einer Flutwelle Ende des 15. Jahrhunderts unter freiem Himmel. Nahebei schaut der Hase-dera von einem Hang über die Bucht; im Juni blühen hier und im Meigetsu-in im Norden tausende Hortensien. In Kita-Kamakura liegen die großen Zen-Klöster Engaku-ji und Kenchō-ji, die zu den fünf bedeutendsten Zen-Tempeln der Stadt gehören. Im Zeniarai-Benten-Schrein waschen Besucher ihr Geld in Quellwasser, um es zu vermehren. Wanderwege wie der Daibutsu-Pfad verbinden die Tempel über bewaldete Kämme.
Essen in Kamakura
Die belebte Komachi-dōri vom Bahnhof Richtung Hachimangū ist eine Meile der Snacks: gegrillte Reiscracker, Süßkartoffel-Eis und Dango. Die Spezialität der Küste ist Shirasu, winzige Jungfische, die frisch oder gekocht auf einer Schale Reis als Shirasu-don serviert werden. Shōjin Ryōri, die vegetarische Tempelküche, lässt sich in einigen Restaurants nahe den Zen-Klöstern probieren. Als Mitbringsel gilt das taubenförmige Gebäck Hato Sablé seit über einem Jahrhundert als Klassiker. Abends finden sich rund um den Bahnhof kleine Bars und Cafés mit entspannter Küstenatmosphäre.
Strand, Enoden und Ōfuna
Der Yuigahama-Strand ist im Sommer voller Badegäste, und die Enoden-Bahn ruckelt an der Küste entlang bis zur Insel Enoshima im benachbarten Fujisawa – an klaren Tagen mit Blick auf den Fuji. Im Norden markiert der weiße Ōfuna-Kannon über dem Bahnhof Ōfuna den Zugang zur Stadt; der Bahnhof ist ein wichtiger Umsteigepunkt mit Einkaufsstraßen und Märkten.
Anreise und beste Reisezeit
Mit der JR-Yokosuka-Linie oder der Shōnan-Shinjuku-Linie erreicht man Kamakura von Tokio in rund einer Stunde, vom Flughafen Haneda geht es mit Umstieg in Yokohama. Vor Ort fährt man Enoden, Bus oder geht zu Fuß; an Wochenenden ist es sehr voll, daher lohnt ein Besuch unter der Woche. Die beste Reisezeit sind April, Juni zur Hortensienblüte und Ende November zum Herbstlaub. Wer die Menschenmengen meiden möchte, startet früh am Morgen in Kita-Kamakura und arbeitet sich über die Tempel nach Süden vor. Ein Tagesausflug lässt sich gut mit Enoshima oder der Hafenstadt Yokohama verbinden; wer übernachtet, erlebt die Tempelgassen am Abend erstaunlich ruhig. Tageskarten für Enoden und Busse sparen Zeit und Geld.







