Itō entdecken: Onsen, Vulkanküste und Museen in Izu
Reiseführer · redaktionellAm Fluss Matsukawa spiegelt sich ein dreistöckiges Holzgasthaus mit Aussichtsturm im Wasser, und aus den Gullys steigt der Dampf heißer Quellen. Itō an der Ostküste der Izu-Halbinsel ist seit über hundert Jahren ein Lieblingsziel der Tokioer für einen Onsen-Urlaub – mit Vulkanküste, Hunderten Ryokan und einer erstaunlichen Dichte an kleinen Museen.
Ein Engländer baut Schiffe
Itōs Geschichte ist eng mit William Adams verbunden, dem englischen Navigator, der 1600 in Japan strandete und als Miura Anjin zum Berater Tokugawa Ieyasus aufstieg. An der Mündung des Matsukawa ließ er um 1604 die ersten Segelschiffe nach westlichem Vorbild in Japan bauen. Eine Gedenkstätte am Fluss erinnert daran, und jeden August feiert die Stadt das Anjin-Fest mit Feuerwerk und Umzügen. In der Taishō- und Shōwa-Zeit wurde Itō zum Kurort, als die Bahnlinie aus Tokio die Halbinsel erschloss und Schriftsteller, Politiker und Künstler hier ihre Sommerhäuser bauten.
Sehenswürdigkeiten in Itō
Das Tōkaikan, ein Ryokan von 1928 mit kunstvollen Holzarbeiten in jedem Stockwerk, ist heute ein Museum; im Erdgeschoss kann man an Wochenenden baden, und vom Turm blickt man über die Dächer zum Meer. Die Jōgasaki-Küste im Süden entstand, als Lava des Vulkans Ōmuro vor rund 4.000 Jahren ins Meer floss und schwarze Klippen formte. Eine Hängebrücke von 48 Metern Länge spannt sich über eine Bucht, darunter tost die Brandung, und ein Wanderweg folgt der Küste. Der Ōmuro-yama selbst ist ein perfekt runder Schlackenkegel, auf dessen Kraterrand ein Sessellift führt; jedes Jahr im Februar wird seine Grasdecke nach alter Tradition kontrolliert abgebrannt.
Museen im Hochland Izu-Kōgen
Auf dem Hochplateau Izu-Kōgen im Süden der Stadt reihen sich Dutzende kleine und größere Museen aneinander, von Glaskunst über Teddybären und Spieluhren bis zu einem Museum für Kunst des 20. Jahrhunderts mit Werken von Picasso, Matisse und Dalí. Dazwischen liegen Cafés, Pensionen, Gärten und Wälder mit Kirschbäumen, die im Frühling eine lange Allee bilden. Am Ippeki-See, einem Kratersee, führt ein Rundweg durch Wald und Schilf.
Essen in Itō
Der Hafen von Itō liefert frischen Fisch: Kinmedai, der rote Schnapperfisch mit großen Augen, wird gekocht in süßer Sojasauce oder als Sashimi serviert, dazu Stachelmakrele und Tintenfisch. Getrockneter Fisch, Himono, ist ein beliebtes Mitbringsel, ebenso Wasabi aus dem Inneren der Halbinsel und Zitrusfrüchte. Am Hafenmarkt und in den Gassen des Onsenviertels laden kleine Restaurants zu Kaisen-don ein.
Anreise und beste Reisezeit
Mit dem Limited Express Odoriko ist man von Tokio in knapp zwei Stunden in Itō, von Atami fährt die JR-Itō-Linie, weiter südlich die Izu-Kyūkō. Die beste Reisezeit beginnt im Februar mit der frühen Kawazu-Kirschblüte im Süden der Halbinsel, Frühling und Herbst sind ideal zum Wandern. Im Sommer locken Strände wie Orange Beach, und im August erleuchtet das Feuerwerk des Anjin-Fests die Bucht. Wer übernachtet, findet vom schlichten Gästehaus bis zum traditionsreichen Ryokan mit eigenem Felsenbad alles; viele Unterkünfte servieren abends Fisch, der am Morgen noch im Hafen lag. Ein Spaziergang am Matsukawa entlang mit seinen Fußbädern und kleinen Brücken rundet den Tag ab.
