Fukui entdecken: Dinosaurier, Zen und Echizen-Krabbe
Reiseführer · redaktionellVor dem Bahnhof von Fukui brüllen lebensgroße Dinosaurier, und selbst die Sitzbänke sind mit Urzeitechsen bemalt. Seit der Hokuriku-Shinkansen 2024 bis hierher verlängert wurde, rückt die Präfekturhauptstadt näher an Tokio – und eine Reise nach Fukui verbindet Samurai-Geschichte, Zen-Klöster und die beste Krabbe Japans.
Geschichte zwischen Burgen und Bränden
Im 16. Jahrhundert herrschte hier Shibata Katsuie, ein General Oda Nobunagas, über die Burg Kitanoshō; nach seiner Niederlage 1583 starb er gemeinsam mit seiner Frau Oichi in der brennenden Burg. Später entstand die Burg Fukui, auf deren Mauern heute das Präfekturamt steht. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg bombardiert und 1948 von einem schweren Erdbeben getroffen; der Wiederaufbau prägte das moderne Stadtbild. Weil Fukui mehrmals fast völlig zerstört wurde und sich jedes Mal erholte, führt die Stadt den Phönix als Symbol; das Phönix-Fest im August mit Feuerwerk und Tanzumzug erinnert daran. Im Kitanoshō-Park sind Reste der Burgmauern und Statuen von Katsuie und Oichi zu sehen. Im Frühling säumen Hunderte Kirschbäume die Ufer des Asuwa-Flusses über mehrere Kilometer.
Sehenswürdigkeiten in Fukui
Rund 20 Minuten südöstlich des Zentrums liegen in einem engen Tal die Ruinen von Ichijōdani, wo die Asakura-Fürsten ein Jahrhundert lang eine blühende Burgstadt unterhielten, bis Nobunaga sie 1573 zerstörte. Ausgegrabene Fundamente, rekonstruierte Samurai-Häuser und eine Straßenzeile vermitteln ein seltenes Bild einer mittelalterlichen Stadt; ein modernes Museum zeigt die Funde. Im Zentrum erinnert der Yōkōkan-Garten an die Matsudaira-Fürsten. Wer sich für Dinosaurier begeistert, fährt mit der Echizen-Bahn nach Katsuyama zum Präfekturalen Dinosauriermuseum, einem der größten seiner Art weltweit, denn in Fukui wurden die meisten Dinosaurierfossilien Japans gefunden.
Essen in Fukui
Die Präfektur ist eine kulinarische Adresse. Von November bis März ist Saison für die Echizen-Gani, männliche Schneekrabben, die mit gelbem Etikett als Herkunftsnachweis verkauft werden. Ganzjährig isst man Echizen-Oroshi-Soba, kalte Buchweizennudeln mit scharf geriebenem Rettich, und Sauce-Katsudon, panierte Schweineschnitzel in süßlicher Worcestersauce auf Reis. Fukui ist zudem die Heimat der Reissorte Koshihikari, die hier in den 1950er-Jahren gezüchtet wurde. Rund um den Bahnhof finden sich zahlreiche Restaurants und Izakaya, die lokalen Sake ausschenken.
Ausflüge: Eiheiji, Tōjinbō und Maruoka
In den Bergen östlich liegt Eiheiji, das 1244 von Dōgen gegründete Haupttempel des Sōtō-Zen, in dem bis heute Mönche ausgebildet werden; Besucher können die Hallen zwischen hohen Zedern besichtigen. An der Küste stürzen die Basaltklippen von Tōjinbō senkrecht ins Japanische Meer. Die Burg Maruoka besitzt einen der zwölf original erhaltenen Burgtürme Japans.
Anreise und beste Reisezeit
Der Hokuriku-Shinkansen fährt seit März 2024 von Tokio über Kanazawa nach Fukui und weiter bis Tsuruga. Aus Osaka und Kyōto kommt man mit dem Thunderbird bis Tsuruga und steigt dort um. Im Zentrum verkehrt die Straßenbahn der Fukui-Bahn. Am schönsten sind die Kirschblüte im April und der Winter für Krabbenliebhaber. Zur Laubfärbung im November zeigt sich auch Eiheiji von seiner stimmungsvollsten Seite.
