Dublin entdecken: Trinity, Pubs und georgianische Plätze
Reiseführer · redaktionellIn Dublin gehört Musik zum Abend wie das Pint zum Tresen: In den Pubs spielt jemand Geige, ein anderer singt, und irgendwann singt der ganze Raum mit. Die irische Hauptstadt ist Heimat von vier Literaturnobelpreisträgern, georgianischen Plätzen und einer Tech-Szene, die ihr einen neuen Schub gegeben hat. Eine Städtereise nach Dublin verbindet Geschichte, Literatur und Gastfreundschaft.
Wikinger, Briten und Unabhängigkeit
Im 9. Jahrhundert gründeten Wikinger an der Mündung des Liffey eine Siedlung, der Name stammt vom irischen Dubh Linn, „schwarzer Teich“. Nach der normannischen Eroberung wurde Dublin Zentrum der englischen Herrschaft in Irland. Im 18. Jahrhundert war es eine der größten Städte des britischen Empire, mit eleganten georgianischen Häusern, deren bunte Türen heute ein beliebtes Fotomotiv sind. Der Osteraufstand von 1916 im General Post Office an der O'Connell Street war der Auftakt zur Unabhängigkeit, die 1922 erreicht wurde.
Sehenswürdigkeiten in Dublin
Das Trinity College, gegründet 1592, beherbergt das Book of Kells, eine prachtvoll illustrierte Evangelienhandschrift aus dem 9. Jahrhundert, und die Long Room Library mit ihrem gewaltigen Gewölbe. Die Bibliothek wird schrittweise renoviert, Teile der Bücher sind vorübergehend ausgelagert. Das Guinness Storehouse in der Brauerei am St. James's Gate erzählt die Geschichte des Stouts, und in der Gravity Bar im obersten Stockwerk gibt es ein Pint mit Blick über die Stadt. Dublin Castle, die St. Patrick's Cathedral, deren Dekan einst Jonathan Swift war, und die Christ Church Cathedral zeugen von der langen Geschichte. Die Ha'penny Bridge, eine gusseiserne Fußgängerbrücke von 1816, verbindet die Ufer des Liffey. Der Stadtpark St. Stephen's Green und der Merrion Square mit seinen georgianischen Häusern und einer Statue von Oscar Wilde laden zum Spazieren ein. Das EPIC, ein Museum über die irische Auswanderung, und das Kilmainham Gaol, ein Gefängnis, in dem die Anführer des Osteraufstandes hingerichtet wurden, sind bewegend.
Viertel, Pubs und Essen
Temple Bar ist das bekannteste Ausgehviertel mit Pubs und Live-Musik, allerdings teuer und touristisch; authentischer geht es in Pubs rund um die Baggot Street in Baggotrath oder im Viertel Ranelagh zu. Der North Dock mit dem Convention Centre und den Docklands, wo Google, Meta und andere Firmen ihre Europazentralen haben, ist das moderne Gesicht der Stadt. In den Restaurants in Dublin bekommt man Irish Stew, Fish and Chips, Austern aus Galway und Seafood Chowder. Zum Frühstück gehört das Full Irish Breakfast mit Würstchen, Bacon, Black und White Pudding. Literaturfans folgen am 16. Juni, dem Bloomsday, den Spuren von James Joyces „Ulysses“.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen Dublin (DUB) liegt rund zehn Kilometer nördlich, Expressbusse fahren ins Zentrum. Die Straßenbahn Luas und die Küstenbahn DART erschließen die Stadt und die Küstenorte. Beste Reisezeit ist von Mai bis September, wobei Regen jederzeit möglich ist. Am 17. März feiert Dublin den St. Patrick's Day mit einer großen Parade. Ausflüge führen nach Howth mit Klippenwanderungen, in die Wicklow Mountains und nach Glendalough mit seiner Klostersiedlung. Mit dem DART erreicht man in einer halben Stunde auch die Küstenorte Dalkey und Bray, wo Wanderwege über die Klippen führen.













