Stadt · Ebene 3

Rouen

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Region
Normandie, Frankreich
Einwohner
117.662
Zentrum
49.4405° N · 1.0940° E
Stadtteile
7
§ 2

Karte von Rouen

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§ 3

Rouen entdecken: Kathedrale, Fachwerk und Jeanne d'Arc

Reiseführer · redaktionell

Claude Monet malte die Fassade der Kathedrale von Rouen über dreißigmal, bei jedem Licht neu – und wer heute vor ihr steht, versteht, warum. Die Hauptstadt der Normandie besitzt eine der schönsten Altstädte Frankreichs, mit rund 2.000 Fachwerkhäusern, gotischen Kirchen und Erinnerungen an Jeanne d'Arc. Eine Städtereise nach Rouen ist ein Ausflug ins Mittelalter, nur etwa eine Zugstunde von Paris entfernt.

Wikinger, Herzöge und Jeanne d'Arc

Rouen war schon in römischer Zeit ein wichtiger Ort an der Seine. 911 erhielt der Wikinger Rollo die Region als Lehen, und Rouen wurde Hauptstadt des Herzogtums Normandie, von dem aus Wilhelm der Eroberer 1066 England eroberte. Während des Hundertjährigen Krieges war die Stadt in englischer Hand, und 1431 wurde Jeanne d'Arc hier als Ketzerin verbrannt. Der Platz ihres Todes, der Vieux-Marché, ist heute mit einer modernen Kirche überbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde Rouen schwer bombardiert, doch die Altstadt ist liebevoll restauriert worden.

Sehenswürdigkeiten in Rouen

Die Kathedrale Notre-Dame im Viertel Vieux-Marché-Cathédrale ist mit ihrem 151 Meter hohen gusseisernen Turm die höchste Kirche Frankreichs. In ihr ruht das Herz von Richard Löwenherz. An Sommerabenden werden Lichtprojektionen auf die Fassade geworfen, die an Monets Bilder erinnern. Die Rue du Gros-Horloge führt unter einem Torbogen mit einer astronomischen Uhr aus dem 14. Jahrhundert hindurch zum Vieux-Marché, wo die Kirche Sainte-Jeanne-d'Arc mit ihrem geschwungenen Schieferdach steht. Die Kirche Saint-Maclou ist ein Meisterwerk der Spätgotik, gleich daneben liegt das Aître Saint-Maclou, ein ehemaliger Pestfriedhof mit Fachwerkgalerien und makabren Schnitzereien. Das Historial Jeanne d'Arc im Erzbischöflichen Palast erzählt die Geschichte der Heiligen multimedial.

Museen und Viertel

Das Musée des Beaux-Arts besitzt nach dem Pariser Musée d'Orsay eine der wichtigsten Impressionismus-Sammlungen Frankreichs, darunter eines von Monets Kathedralenbildern. Das Keramikmuseum und das Eisenkunstmuseum Le Secq des Tournelles in einer ehemaligen Kirche sind ungewöhnliche Ergänzungen. Im Viertel Saint-Marc findet sonntags ein großer Flohmarkt statt, und in der Croix de Pierre wohnen Studenten und Künstler. Am linken Seineufer, im Centre Ville Rive Gauche, wurden die Kais umgestaltet und sind heute ein grüner Erholungsraum. Im Viertel Saint-Clément liegt der Jardin des Plantes, ein großer botanischer Garten.

Essen in Rouen

Die normannische Küche liebt Sahne, Butter, Äpfel und Käse: Camembert, Pont-l'Évêque und Neufchâtel stammen aus der Region. Canard à la rouennaise, Ente mit einer Sauce aus ihrem Blut, ist die Spezialität der Stadt. Dazu trinkt man Cidre oder Pommeau, zum Abschluss einen Calvados. Mittendrin wird der „trou normand“ serviert, ein Gläschen Calvados zwischen zwei Gängen, das Platz im Magen schaffen soll. Die Restaurants in Rouen rund um den Vieux-Marché sind traditionsreich – eines davon gilt als das älteste Wirtshaus Frankreichs.

Unterwegs und beste Reisezeit

Mit dem Zug ist Paris-Saint-Lazare in rund eineinhalb Stunden erreichbar. Der nächste große Flughafen ist Paris-Charles de Gaulle. Innerhalb der Stadt fahren eine Metro-Tram und Busse. Beste Reisezeit ist von Mai bis September. Ausflüge führen nach Giverny zu Monets Garten, an die Alabasterküste nach Étretat und zu den Abteien des Seine-Tals.