Dijon entdecken: Herzogspalast, Senf und Burgunderwein
Reiseführer · redaktionellWer in der Rue de la Chouette die steinerne Eule an der Kirche Notre-Dame mit der linken Hand streichelt, darf sich etwas wünschen – so will es die Tradition in Dijon. Die Hauptstadt Burgunds ist eine Stadt der Herzöge, des Senfs und des Weins, und ihre Altstadt gehört zu den schönsten Frankreichs. Eine Städtereise nach Dijon ist zugleich eine Reise in eine der großen Weinregionen der Welt.
Die Herzöge von Burgund
Im 14. und 15. Jahrhundert war Dijon die Hauptstadt der Herzöge von Burgund, deren Reich zeitweise bis nach Flandern reichte und das mit dem französischen Königshof konkurrierte. Philipp der Kühne, Johann Ohnefurcht und Philipp der Gute holten Künstler aus ganz Europa an ihren Hof. Nach dem Tod Karls des Kühnen 1477 fiel Burgund an Frankreich, Dijon blieb aber Sitz des Parlaments der Provinz. Die Hôtels particuliers, Stadtpaläste des Adels, und die bunt glasierten Dächer prägen das Stadtbild bis heute.
Sehenswürdigkeiten in Dijon
Der Palast der Herzöge und der Stände von Burgund umschließt die halbrunde Place de la Libération. In ihm befindet sich das Musée des Beaux-Arts, eines der ältesten Museen Frankreichs, mit den prachtvollen Grabmälern der Herzöge, und der Turm Philippe le Bon bietet einen weiten Blick über die Dächer. Der Parcours de la Chouette, ein Rundgang, der mit Eulen-Symbolen auf dem Pflaster markiert ist, führt zu allen Sehenswürdigkeiten der Altstadt. Die Kirche Notre-Dame mit ihren Wasserspeiern und der Jacquemart-Uhr, die Kathedrale Saint-Bénigne mit einer Krypta aus dem 11. Jahrhundert und das Musée de la Vie bourguignonne sind wichtige Stationen. Die Rue des Forges und die Rue Verrerie säumen Fachwerkhäuser. Die Markthalle Les Halles, deren Eisenkonstruktion von Gustave Eiffels Firma stammt, ist an Markttagen der Treffpunkt der Stadt.
Senf, Wein und Gastronomie
Dijon-Senf ist weltweit bekannt; traditionell wurden die Senfkörner mit Verjus, dem Saft unreifer Trauben, angerührt. In Geschäften in der Rue de la Liberté kann man Senf vom Fass probieren und kaufen. Die burgundische Küche bietet Bœuf bourguignon, in Rotwein geschmortes Rindfleisch, Escargots de Bourgogne in Kräuterbutter, Œufs en meurette, pochierte Eier in Rotweinsauce, und Jambon persillé. Zum Aperitif gibt es Kir, Weißwein mit Cassis-Likör, benannt nach einem Bürgermeister der Stadt. Die Cité Internationale de la Gastronomie et du Vin, eröffnet 2022 in einem ehemaligen Hospital, bietet Ausstellungen, Kochkurse und Weinkeller. Abends trifft man sich auf der Place Émile Zola und der Place François Rude, wo Bars und Bistros ihre Tische ins Freie stellen. Und wer Süßes mag, nimmt Pain d'épices mit, den Dijoner Lebkuchen mit Honig und Gewürzen.
Unterwegs und beste Reisezeit
Dijon hat keinen Linienflughafen; mit dem TGV ist Paris in rund eineinhalb Stunden erreichbar, Lyon in etwa zwei Stunden. Zwei Straßenbahnlinien und Busse verbinden die Stadtteile. Beste Reisezeit ist von Mai bis Oktober, besonders während der Weinlese im September. Südlich der Stadt beginnt die Route des Grands Crus durch die Côte de Nuits mit Dörfern wie Gevrey-Chambertin und Vosne-Romanée, deren Weinlagen, die Climats, zum UNESCO-Welterbe gehören. Auch Beaune mit seinem Hospiz und dem bunten Ziegeldach ist nur eine halbe Stunde entfernt.











