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Dänemark

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Dänemark entdecken: Küsten, Kopenhagen und Hygge

Reiseführer · redaktionell

Kein Ort in Dänemark ist weiter als 52 Kilometer vom Meer entfernt, und so dreht sich ein Urlaub in Dänemark fast immer um Küste, Wind und Licht. Dazu kommen eine Hauptstadt, die beim Radfahren und Essen Maßstäbe setzt, Wikingerspuren und über 400 Inseln, von denen rund 70 bewohnt sind.

Jütland, Fünen und die Inseln: Dänemarks Landschaften

Jütland, die Halbinsel, die an Schleswig-Holstein grenzt, zeigt nach Westen ein raues Gesicht. Die Nordseeküste von Rømø bis Skagen ist ein fast durchgehender Sandstrand mit Dünen, Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg und Ferienhäusern, die sich in die Heide ducken. Vor der Südküste liegt das Wattenmeer, das hier wie in Deutschland Welterbe ist; im Frühjahr und Herbst ziehen dort bei der „schwarzen Sonne“ Hunderttausende Stare in wogenden Schwärmen über die Marsch. Ganz im Norden, bei Grenen nahe Skagen, treffen Skagerrak und Kattegat aufeinander, und man kann mit je einem Fuß in zwei Meeren stehen. Die Wanderdüne Råbjerg Mile bewegt sich jedes Jahr mehrere Meter landeinwärts.

Die Ostseite Jütlands ist sanfter, mit Förden, Buchenwäldern und dem Seengebiet um Silkeborg, wo Dänemarks höchste Erhebungen kaum 170 Meter erreichen. Fünen gilt als Garten des Landes, mit Obsthöfen, Herrenhäusern wie Egeskov und den Inseln der Südfünischen Inselwelt, durch die man gut mit dem Segelboot oder Fahrrad kommt. Bornholm, weit draußen in der Ostsee, besteht dagegen aus Granit, hat Felsküsten, Rundkirchen und Räuchereien mit weißen Schornsteinen. Und an der Ostküste Seelands leuchten bei Stevns Klint und Møns Klint Kreidefelsen über dem Meer.

Kopenhagen, Aarhus und Odense

Kopenhagen hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren zu einem der beliebtesten Ziele Nordeuropas entwickelt. Der Nyhavn mit seinen bunten Giebelhäusern ist das klassische Postkartenmotiv, doch die Stadt lebt vor allem im Alltag: in den Hafenbädern, in denen man mitten im Zentrum schwimmt, auf den breiten Radwegen und in Vierteln wie Vesterbro und Nørrebro. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Dänemark gehören das Schloss Rosenborg mit den Kronjuwelen, Schloss Amalienborg als Residenz der Königsfamilie und der Tivoli, einer der ältesten Vergnügungsparks der Welt. Die Freistadt Christiania bleibt ein Experiment mit eigenen Regeln, die kleine Meerjungfrau an der Langelinie überrascht viele durch ihre bescheidene Größe. Eine halbe Zugstunde nördlich steht Schloss Kronborg in Helsingør, Schauplatz von Shakespeares „Hamlet“, und an der Küste dazwischen das Louisiana Museum of Modern Art.

Aarhus, die zweitgrößte Stadt, verbindet Studentenleben mit Architektur: Auf dem Dach des Kunstmuseums ARoS läuft man durch einen Regenbogen aus farbigem Glas, im Freilichtmuseum Den Gamle By stehen Häuser aus fünf Jahrhunderten. Odense ist die Geburtsstadt von Hans Christian Andersen, dem ein Museum mit verwunschenem Garten gewidmet ist. Unter den Dänemark Reisezielen mit Geschichte ragen Roskilde mit dem Dom der dänischen Könige und dem Wikingerschiffsmuseum heraus, außerdem Ribe, die älteste Stadt des Landes, mit Kopfsteinpflaster und Nachtwächterrundgang. Aalborg im Norden hat sich mit seiner Hafenpromenade und dem Utzon Center neu erfunden.

Geschichte und Kultur: Runensteine, Design und Hygge

Die Geschichte Dänemarks als Königreich beginnt in Jelling, wo Harald Blauzahn im 10. Jahrhundert einen Runenstein setzen ließ, der als „Taufschein Dänemarks“ gilt. Wikingerringburgen wie Trelleborg auf Seeland sind seit 2023 ebenfalls Welterbe. Später herrschte Dänemark über Norwegen, Schonen und Teile Norddeutschlands; Grönland und die Färöer gehören bis heute als autonome Gebiete zum Königreich. Bekannter als die Geschichte ist vielen allerdings das moderne Dänemark: Möbel von Arne Jacobsen und Hans Wegner, Lego aus Billund und jene Gemütlichkeit, die als Hygge zum Exportschlager wurde. Gemeint ist schlicht das Beisammensein bei Kerzenlicht, Kaffee und Gebäck, und es wird besonders an dunklen Winterabenden gepflegt. Am 23. Juni, dem Sankt-Hans-Abend, brennen an den Stränden Feuer, auf denen symbolisch eine Hexe verbrannt wird.

Essen und Trinken in Dänemark

Das Smørrebrød ist das Herz der dänischen Mittagsküche: dunkles Roggenbrot, dick belegt mit eingelegtem Hering, Roastbeef mit Röstzwiebeln, Leberpastete oder Krabben, gegessen mit Messer und Gabel und gern mit einem Aquavit. Abends gibt es Klassiker wie Stegt flæsk, knusprig gebratenen Schweinebauch mit Petersiliensoße, das 2014 zum Nationalgericht gewählt wurde. An Würstchenbuden bekommt man Rote Pølser mit Remoulade, Röstzwiebeln und Gurken. Kopenhagen ist zugleich ein Zentrum der Neuen Nordischen Küche, die mit Restaurants wie dem Noma bekannt wurde und regionale Zutaten wie Algen, Sanddorn und fermentiertes Gemüse in den Mittelpunkt stellt. Auf dem Land kauft man an Straßenständen Erdbeeren, Kartoffeln und Honig, bezahlt wird per Kasse des Vertrauens oder per App. Das süße Gebäck, das bei uns „Dänischer Plunder“ heißt, nennen die Dänen übrigens Wienerbrød.

Anreise und Unterwegs: Auto, Bahn, Fähre und Fahrrad

Die meisten deutschen Urlauber reisen mit dem Auto über die A7 und Flensburg nach Jütland, oder mit den Fähren Puttgarden–Rødby und Rostock–Gedser nach Lolland und Falster. Der Fehmarnbelt-Tunnel, der die Fahrt nach Kopenhagen stark verkürzen soll, ist im Bau und wird voraussichtlich erst nach 2030 eröffnet. Mit der Bahn ist Kopenhagen von Hamburg aus derzeit in rund fünf Stunden erreichbar. Wichtigste Flughäfen sind Kopenhagen-Kastrup, Billund, das nahe Legoland liegt, und Aalborg. Im Land verbinden Brücken wie die Storebæltsbroen Seeland mit Fünen, kleinere Inseln erreicht man mit Fähren. Dänemark ist ideal zum Radfahren, mit ausgeschilderten Fernradwegen wie der Nordseeroute und Zügen, in denen Räder mitfahren dürfen.

Beste Reisezeit für Dänemark

Die beste Reisezeit für Dänemark liegt zwischen Mai und September. Im Juli und August klettern die Temperaturen auf 20 bis 24 Grad, die Ostsee erreicht etwa 17 bis 19 Grad, und an der Nordsee weht fast immer ein Wind, der die Hitze erträglich macht. Juni ist besonders schön, weil die Tage um Mittsommer fast 18 Stunden hell sind und die Ferienhausgebiete noch nicht voll sind. Im Herbst, wenn die Stürme an der Westküste die Brandung hochtreiben, kommen viele zum Strandwandern und Bernsteinsuchen. Kopenhagen selbst lohnt sich das ganze Jahr, im Dezember besonders mit Weihnachtsmärkten und dem beleuchteten Tivoli.