Gansu: Hexi-Korridor, Dunhuang und Regenbogenberge
Reiseführer · redaktionellGansu ist schmal, lang und trocken – ein über 1.500 Kilometer langer Streifen zwischen tibetischem Hochland und mongolischer Wüste. Durch diesen Korridor zog die Seidenstraße, und eine Reise nach Gansu folgt ihren Spuren zu Höhlentempeln, Festungen und farbigen Felslandschaften.
Sehenswürdigkeiten in Gansu
Die Mogao-Grotten bei Dunhuang gehören zu den größten Schätzen buddhistischer Kunst: In fast 500 Höhlen sind Wandmalereien und Skulpturen aus tausend Jahren erhalten. Die Besucherzahl ist begrenzt, Tickets sollte man früh reservieren. Gleich neben Dunhuang türmen sich die Singenden Sanddünen am Mondsichelsee, einer kleinen Oase mit Pavillon. Jiayuguan bewacht mit einer mächtigen Ming-Festung das westliche Ende der Großen Mauer, über dem im Süden die Schneegipfel des Qilian Shan stehen. Bei Zhangye leuchten die Regenbogenberge des Danxia-Geoparks in Rot, Gelb und Ocker, besonders schön am späten Nachmittag. Im Süden der Provinz, bei Xiahe, liegt das Kloster Labrang, eines der bedeutendsten Lehrklöster des tibetischen Buddhismus. Die Maijishan-Grotten bei Tianshui kleben an einem steilen Felsen. Bei Dunhuang liegt außerdem das Jadetor Yumenguan, wo die Mauer der Han-Zeit in der Wüste ausläuft.
Lanzhou und Landschaft
Lanzhou, die Hauptstadt, liegt in einem engen Tal, durch das der Gelbe Fluss mitten hindurchfließt. Die Zhongshan-Eisenbrücke von 1909 war die erste feste Brücke über den Strom, und am Ufer drehen sich riesige hölzerne Wasserräder. Das Gansu-Provinzmuseum zeigt das berühmte bronzene „Fliegende Pferd“, das zum Symbol des chinesischen Tourismus wurde. Westlich der Stadt führen die Bingling-Grotten am Liujiaxia-Stausee in die frühe buddhistische Kunst.
Essen, Anreise und beste Reisezeit
Lanzhou-Rindfleischnudeln sind in ganz China ein Begriff: Die handgezogenen Nudeln kommen in klarer Brühe mit Rettich, Chiliöl und frischem Koriander auf den Tisch. Die Küche der Hui-Muslime prägt mit Lammgerichten, Fladenbrot und Babao-Tee mit Trockenfrüchten. Eine Hochgeschwindigkeitsbahn führt von Lanzhou durch den Hexi-Korridor nach Zhangye, Jiayuguan und weiter nach Xinjiang, Dunhuang hat einen eigenen Flughafen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober; im Hochsommer kann es in der Wüste sehr heiß werden. Der Hexi-Korridor lässt sich gut als mehrtägige Rundreise per Bahn oder Mietwagen mit Fahrer planen; nachts wird es in der Wüste auch im Sommer kühl.
