Region · Ebene 2

Provinz Phú Thọ

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Land
Vietnam
Städte
18
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Phú Thọ: Ahnenland der Hùng-Könige und Täler von Mai Châu

Reiseführer · redaktionell

Phú Thọ gilt als Wiege der vietnamesischen Nation: Hier sollen die legendären Hùng-Könige das erste Reich Văn Lang gegründet haben. Seit die Provinz 2025 mit Vĩnh Phúc und Hòa Bình vereinigt wurde, gehören auch die Bergstation Tam Đảo und die Stelzenhausdörfer von Mai Châu dazu – Ziele für eine Reise nach Phú Thọ, die von Hanoi aus leicht zu erreichen sind.

Wo das Delta in die Berge übergeht

Die Provinz liegt nordwestlich und westlich von Hanoi, dort, wo der Rote Fluss, der Đà und der Lô zusammenfließen. Bei Việt Trì, der Hauptstadt, vereinigen sich die Ströme, und das Bergland des Nordwestens geht in die Ebene über. Im Norden erhebt sich das Tam-Đảo-Massiv, ein bewaldeter Gebirgskamm, der die Grenze zu Thái Nguyên bildet. Im Südwesten schließen sich die Berge und Täler der früheren Provinz Hòa Bình an, in denen viele Mường und Thái leben. Dort staut der gewaltige Damm von Hòa Bình den Đà-Fluss zu einem langen See. Das frühere Vĩnh Phúc um Vĩnh Yên und Phúc Yên ist dagegen stark industrialisiert, mit Fabriken großer Auto- und Elektronikkonzerne.

Sehenswürdigkeiten in Phú Thọ

Der Tempelbezirk der Hùng-Könige auf dem Berg Nghĩa Lĩnh bei Việt Trì ist das wichtigste nationale Heiligtum. Treppen führen zu drei Tempeln am Hang und zum Grab des sechsten Königs. Am zehnten Tag des dritten Mondmonats, seit 2007 ein Feiertag, pilgern Hunderttausende hierher. Der Xoan-Gesang aus den Dörfern der Umgebung ist als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt. Tam Đảo, 1902 von den Franzosen als Sommerfrische auf rund 900 Metern Höhe angelegt, ist ein Wochenendziel der Hanoier: Steinvillen, kühle Luft, Nebel und ein Wasserfall. Im Tal unterhalb liegt die neu gebaute, riesige Pagode Tây Thiên. Bei Phúc Yên lockt der Đại-Lải-See mit Resorts, bei Thanh Thủy sprudeln heiße Quellen.

Hòa Bình und Mai Châu

Der Südwesten ist landschaftlich am reizvollsten. Das Tal von Mai Châu, gut drei Stunden von Hanoi, ist von Reisfeldern und Kalkbergen umgeben. In Dörfern wie Bản Lác wohnen weiße Thái in Stelzenhäusern, viele bieten einfache Übernachtungen an. Abends tanzen Dorfgruppen und laden zum Reiswein aus Bambusröhren ein. Auf dem Hòa-Bình-Stausee kann man Bootsausflüge zu Höhlen und Dörfern der Mường machen. Der Nationalpark Xuân Sơn im Westen schützt Karstwald mit Höhlen.

Essen und Trinken

Eng mit den Hùng-Königen verbunden sind bánh chưng und bánh dày: Der Legende nach gewann Prinz Lang Liêu mit diesen eckigen und runden Klebreiskuchen den Thron, weil sie Erde und Himmel symbolisieren. Zum Tempelfest werden sie in großen Mengen gekocht, und aus der Gegend um Việt Trì kommen außerdem die süßen Pomelos von Đoan Hùng und grüner Tee. In Hòa Bình isst man Gerichte der Mường und Thái: Bergreis in Bambus gegart, cơm lam, gegrilltes Schwein aus Freilandhaltung und Fisch aus dem Stausee. In Tam Đảo ist das Su-su-Gemüse, Chayote, eine Spezialität, die gedünstet zu jedem Essen gereicht wird.

Anreise und beste Reisezeit

Hanoi und sein Flughafen Nội Bài liegen nahe; Việt Trì und Vĩnh Yên erreicht man über die Autobahn nach Lào Cai in etwa einer Stunde, Mai Châu über die Straße nach Sơn La. Busse und Mietwagen mit Fahrer sind üblich. Die beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst. Im Sommer flüchten viele Hanoier vor der Hitze nach Tam Đảo, dann wird es dort voll. Zur Reisernte im Mai und Oktober ist Mai Châu besonders schön.