Nha Trang entdecken: Bucht, Inseln und Cham-Türme
Reiseführer · redaktionellEin sechs Kilometer langer Stadtstrand, eine Bucht voller Inseln und jahrtausendealte Tempeltürme über der Flussmündung: Nha Trang ist Vietnams bekanntestes Badeziel. Ein Urlaub in Nha Trang verbindet Strandtage mit Tauchgängen, Schlammbädern und frischen Meeresfrüchten.
Vom Cham-Heiligtum zum Badeort
Lange bevor Vietnamesen das Gebiet besiedelten, gehörte die Region zum Königreich Champa. Die Cham errichteten auf einem Hügel an der Mündung des Cái-Flusses ein Heiligtum für die Göttin Po Nagar, das bis heute als Pilgerort dient. Im 17. Jahrhundert kam die Gegend unter vietnamesische Herrschaft. Die Franzosen schätzten das Klima und die Bucht; hier gründete Alexandre Yersin 1895 ein Pasteur-Institut, in dem er unter anderem an Impfstoffen forschte. Im Vietnamkrieg nutzten amerikanische Truppen die Region als Erholungsort und den nahen Naturhafen Cam Ranh als Stützpunkt. Seit den 2000er-Jahren ist Nha Trang zu einer Hotelstadt mit Hochhäusern entlang der Küste gewachsen, die besonders bei Urlaubern aus Russland, Südkorea und China beliebt ist.
Sehenswürdigkeiten in Nha Trang
Die Po-Nagar-Türme aus dem 8. bis 13. Jahrhundert sind das älteste Bauwerk der Stadt; im Hauptturm thront die vielarmige Göttin, und Gläubige bringen Räucherstäbchen und Obst. Mitten in der Stadt sitzt auf einem Hügel die Long-Sơn-Pagode mit einem großen weißen Buddha, der über das Häusermeer blickt. Die neugotische Kathedrale aus Betonquadern thront auf einem Felsen nahe dem Bahnhof. Im kleinen Yersin-Museum sind Arbeitszimmer, Instrumente und Briefe des Forschers zu sehen. Das ozeanografische Institut im Hafenviertel Cầu Đá zeigt in Aquarien und Präparaten die Meeresfauna der Region, darunter das Skelett eines Wals. Von dort ist es nicht weit zu Bảo Đạis Villen auf einer Landzunge, ehemalige Sommerresidenzen des letzten Kaisers.
Strände und Inseln
Der Stadtstrand entlang der Trần-Phú-Straße ist breit und gepflegt, mit Liegen, Palmen und einer Promenade, auf der morgens Einheimische Tai-Chi üben. Im Norden, am Strand von Hòn Chồng, liegen bizarre Granitfelsen. Die Bucht selbst ist ein Meeresschutzgebiet: Bootstouren führen zu Inseln wie Hòn Mun, wo Taucher und Schnorchler Korallen, Anemonenfische und Rochen sehen. Auf der Insel Hòn Tre befindet sich ein großer Freizeitpark, der über eine Seilbahn oder per Boot erreichbar ist. Ruhigere Strände findet man auf der Halbinsel Ninh Vân und in der Bucht Bãi Dài südlich der Stadt.
Essen in Nha Trang
Fisch und Meeresfrüchte bestimmen die Küche. Typisch ist Bún chả cá, eine Nudelsuppe mit Fischfrikadellen, und Bánh căn, kleine Reisküchlein mit Ei oder Tintenfisch. Nem nướng Ninh Hòa, gegrillte Schweinefleischwürstchen, die man selbst in Reispapier rollt, stammt aus einem Ort in der Nähe. An den Ständen am Hafen und in Fischlokalen am Strand werden Hummer, Seeigel und Muscheln direkt aus Becken zubereitet. Auf dem Đầm-Markt, einem runden Betonbau, kauft man getrocknete Tintenfische, Fischsauce und Obst. Die Restaurants in Nha Trang servieren dank der vielen Gäste auch russische, koreanische und europäische Küche.
Wellness und Ausgehen
Ein Klassiker sind die Schlammbäder nördlich der Stadt, wo man in warmem Mineralschlamm badet und anschließend in Thermalbecken entspannt. Abends füllen sich die Bars entlang der Strandpromenade und in den Seitenstraßen um die Biệt-Thự-Straße. Auf dem Nachtmarkt nahe dem Stadtstrand gibt es Souvenirs, Snacks und Fruchtshakes. Wer es ruhig mag, setzt sich auf eine Dachterrasse und sieht den Fischerbooten mit ihren Lichtern auf der Bucht zu.
Anreise und beste Reisezeit
Der internationale Flughafen Cam Ranh liegt rund 35 Kilometer südlich; Busse und Taxis brauchen etwa 40 Minuten ins Zentrum. Nha Trang ist Station der Nord-Süd-Bahn, Fernbusse fahren nach Dalat, Ho-Chi-Minh-Stadt und Hội An. In der Stadt reichen Taxi, Grab oder Fahrrad. Die beste Reisezeit für den Strand liegt zwischen Januar und August, wenn das Meer ruhig und das Wetter sonnig ist. Von Oktober bis Dezember bringt der Nordostmonsun heftige Regenfälle, gelegentlich auch Taifune. Ein schöner Ausflug führt in die Berge nach Dalat, die Strecke über den Hòn-Giao-Pass gehört zu den eindrucksvollsten Straßen Südvietnams.


