Toledo entdecken: Glasstadt am Eriesee
Reiseführer · redaktionellEin Pavillon ganz aus gebogenen Glaswänden beherbergt eine der bedeutendsten Glassammlungen der Welt – kein Zufall in einer Stadt, die sich „Glass City“ nennt. Eine Reise nach Toledo an der Mündung des Maumee River in den Eriesee führt zu einem herausragenden Kunstmuseum, einem renommierten Zoo und einer Arbeiterstadt mit Charakter.
Glas, Jeeps und der Toledo-Krieg
Ohio und das Michigan-Territorium stritten in den 1830er-Jahren so heftig um den Landstreifen, dass man vom „Toledo War“ spricht; fast ohne Blutvergießen fiel die Stadt an Ohio, Michigan erhielt dafür die obere Halbinsel. Mit Kanälen und Eisenbahnen wuchs Toledo zum Hafen und Industriezentrum. Ende des 19. Jahrhunderts kam Edward Libbey mit seiner Glashütte, bald folgten Owens-Illinois und Libbey-Owens-Ford, die Flaschen, Fensterglas und Autoscheiben herstellten. Seit dem Zweiten Weltkrieg baut die Stadt Jeeps; das Werk an der Stickney Avenue produziert bis heute den Wrangler und den Gladiator.
Sehenswürdigkeiten in Toledo
Das Toledo Museum of Art, gegründet von Libbey, besitzt Werke von Rubens bis Van Gogh, und der Glass Pavilion des japanischen Büros SANAA zeigt Glaskunst von der Antike bis heute, mit Live-Vorführungen im Glasstudio. Der Eintritt ist frei. Der Toledo Zoo gilt als einer der besten der USA, mit Gebäuden aus der Zeit des New Deal und einem großen Aquarium. Im Viertel Old West End stehen zahlreiche viktorianische und edwardianische Villen. Die Imagination Station am Flussufer ist ein Wissenschaftsmuseum für Familien. Der Toledo Botanical Garden und die Metroparks, etwa Oak Openings Preserve mit Sanddünen und Eichensavannen, bieten Natur.
Essen und Ausgehen in Toledo
Ein Klassiker ist Tony Packo's in East Toledo, ein ungarisches Lokal, das durch die Fernsehserie M*A*S*H berühmt wurde; die Wände sind mit signierten Hotdog-Brötchen von Prominenten bedeckt. Ungarische, polnische und libanesische Einwanderer haben die Küche geprägt, etwa mit Paprikahähnchen, Pierogi oder Kibbeh. Im Warehouse District rund um das Baseballstadion Fifth Third Field der Toledo Mud Hens haben sich Brauereien, Bars und Restaurants angesiedelt. Im Sommer finden am Flussufer Konzerte statt.
Viertel und Flussufer
Der Maumee River trennt die Innenstadt vom Osten der Stadt. Am Ufer führen Wege durch den Promenade Park und den Glass City Metropark, einen neuen Park mit Pavillon und Rodelhügel. Das Viertel Franklin Park im Westen bietet ein großes Einkaufszentrum, Deveaux ruhige Wohnstraßen. Old Orchard nahe der University of Toledo ist ein beliebtes Viertel mit Bungalows und alten Bäumen.
Unterwegs in Toledo und beste Reisezeit
Der kleine Toledo Express Airport hat wenige Verbindungen, Detroit Metropolitan mit Langstreckenflügen liegt etwa eine Stunde nördlich. Amtrak-Züge zwischen Chicago und der Ostküste halten am Bahnhof Martin Luther King Jr. Plaza, Busse fahren im Stadtgebiet. Beste Reisezeit ist von Mai bis September; die Winter sind kalt und grau. Ausflüge führen nach Put-in-Bay auf den Inseln im Eriesee, in den Freizeitpark Cedar Point mit seinen Achterbahnen in Sandusky und in die Vogelschutzgebiete am Lake Erie, die im Mai Tausende Singvögel auf dem Zug anlocken.







