Stadt · Ebene 3

Odessa · Одеса

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Region
Oblast Odessa, Ukraine
Einwohner
1.010.537
Zentrum
46.4843° N · 30.7323° E
Stadtteile
4
Odessa – Stadtansicht
Odessa · © Galvm · CC BY-SA 4.0
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Karte von Odessa

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Odessa: Potemkinsche Treppe und Schwarzes Meer

Reiseführer · redaktionell

Für die gesamte Ukraine gilt wegen des russischen Angriffskriegs eine Reisewarnung, und Odessa ist wiederholt Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen gewesen. Dieses Porträt stellt eine Stadt vor, die man auf einer künftigen Reise nach Odessa erkunden kann, wenn es die Lage wieder zulässt: eine Hafenstadt am Schwarzen Meer mit Opernhaus, Akazienalleen und einem legendären Sinn für Humor.

Eine Stadt aus dem Nichts

Odessa wurde 1794 auf Erlass von Katharina der Großen an der Stelle einer osmanischen Festung gegründet. Der Herzog von Richelieu, ein französischer Emigrant, prägte als Gouverneur das klassizistische Stadtbild mit schachbrettartigen Straßen. Als Freihafen zog Odessa Griechen, Italiener, Juden, Armenier, Deutsche und Bulgaren an und wurde zu einer der kosmopolitischsten Städte des Zarenreichs. Hier entstanden die Geschichten Isaak Babels über die Ganoven der Moldawanka, und Sergei Eisensteins Film „Panzerkreuzer Potemkin“ machte die Hafentreppe weltberühmt. 2023 nahm die UNESCO das historische Zentrum in die Welterbeliste und zugleich in die Liste des gefährdeten Erbes auf.

Sehenswürdigkeiten in Odessa

Die Potemkinsche Treppe mit ihren 192 Stufen führt vom Primorskyj-Boulevard hinunter zum Hafen; durch einen optischen Trick sieht man von oben nur die Absätze. Oben steht das Denkmal für den Herzog von Richelieu. Das Opern- und Balletttheater im Stil des Wiener Neobarocks, entworfen von Fellner und Helmer, gilt als eines der schönsten Europas. Die Deribasiwska-Straße ist die Flaniermeile mit Cafés und dem Stadtgarten. Der Passasch, eine überdachte Einkaufspassage aus dem 19. Jahrhundert, und die Verklärungskathedrale, nach Zerstörung neu aufgebaut und 2023 erneut beschädigt, gehören zum Zentrum. Unter der Stadt erstrecken sich die Katakomben, ein Labyrinth aus Hunderten Kilometern ehemaliger Steinbrüche.

Essen und Leben in Odessa

Die Küche spiegelt die Vielvölkergeschichte: gefüllter Fisch, Forschmak aus Hering, Auberginenkaviar, Fischsuppe und fangfrische Barbuljka, kleine Rotbarben aus dem Schwarzen Meer. Der Prywos-Markt ist einer der größten Märkte der Ukraine und ein Erlebnis für alle Sinne. Im Sommer spielte sich das Leben an den Stränden von Arkadija und Lanscheron ab, mit Clubs und Strandbars. Der Humor der Odessiten ist sprichwörtlich, und jedes Jahr am 1. April feiert die Stadt die Humorina.

Viertel und Strände

Die Altstadt im Prymorskyj-Bezirk mit ihren Akazienalleen ist das Herz der Stadt. Im Süden schließen sich Arkadija mit Strandpromenade und das Viertel Fontan an, wo Strandabschnitte nach den Haltestellen der Straßenbahn benannt sind. Nordwestlich des Zentrums liegt die Moldawanka, das legendäre Ganovenviertel aus Babels Geschichten. Der Schewtschenko-Park bietet einen Blick auf den Hafen.

Unterwegs in Odessa

Der Flughafen Odessa ist seit Februar 2022 für zivile Flüge geschlossen; derzeit erreicht man die Stadt nur auf dem Landweg, etwa per Zug aus Kiew oder über die Republik Moldau. Straßenbahnen und Trolleybusse verbinden das Zentrum mit den Strandvierteln, darunter die Linie nach Arkadija im Prymorskyj-Bezirk. In Friedenszeiten war die beste Reisezeit von Juni bis September; Frühjahr und Herbst sind mild und ruhiger.