Saragossa entdecken: Pilar-Basilika und Aljafería
Reiseführer · redaktionellAuf halbem Weg zwischen Madrid und Barcelona liegt eine Stadt, die viele nur vom Zugfenster aus kennen – zu Unrecht. Saragossa, spanisch Zaragoza, hat römische Ruinen, einen maurischen Palast und eine Basilika, die zu den wichtigsten Wallfahrtsorten Spaniens zählt. Eine Städtereise nach Saragossa ist entspannt, preiswert und voller Überraschungen.
Zwei Jahrtausende am Ebro
Kaiser Augustus gründete die Stadt um 14 v. Chr. als Caesaraugusta – aus diesem Namen entstand Zaragoza. Reste von Forum, Hafen, Thermen und Theater sind in der Altstadt in kleinen Museen zu besichtigen. Unter den Mauren wurde Saraqusta im 11. Jahrhundert Hauptstadt eines Taifa-Königreichs, 1118 eroberte sie Alfons I. von Aragón. Während der Napoleonischen Kriege hielt die Stadt zwei verlustreichen Belagerungen stand, die Goya in seinen „Desastres de la guerra“ festhielt. Goya selbst stammte aus Fuendetodos, einem Dorf südlich der Stadt.
Sehenswürdigkeiten in Saragossa
Die Basílica del Pilar mit ihren vier Ecktürmen und bunt glasierten Kuppeln spiegelt sich im Ebro und ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Innern verehren Gläubige eine Marienfigur auf einer Säule, und an der Decke sind Fresken von Goya zu sehen. Ein Aufzug führt auf einen Turm mit weitem Blick. Wenige Schritte entfernt steht La Seo, die Kathedrale, deren Außenmauer ein Mudéjar-Meisterwerk aus Ziegeln und Kacheln ist. Die Aljafería, ein Palast aus dem 11. Jahrhundert mit filigranen Bögen, ist heute Sitz des aragonesischen Parlaments und gilt als bedeutendstes islamisches Bauwerk im Norden Spaniens. Über den Ebro führt die steinerne Puente de Piedra hinüber ins Viertel El Rabal, und am Fluss erinnert das Gelände der Expo 2008 mit Wasserturm und Brückenpavillon an die Weltausstellung.
Tapas im Tubo und Fiestas del Pilar
Im Casco Histórico verbirgt sich El Tubo, ein Gewirr enger Gassen mit Tapasbars, in denen man sich von Tresen zu Tresen arbeitet. Typisch aragonesisch sind Ternasco, Lammbraten aus der Region, Migas mit Speck und Trauben, Borraja, ein Gemüse, das fast nur hier gegessen wird, und frittierte Champignons mit Knoblauch. Zum Nachtisch gibt es kandierte Früchte, Frutas de Aragón. Restaurants in Saragossa sind deutlich günstiger als in Madrid oder Barcelona. Abends füllen sich die Bars im Centro und rund um die Universidad. Im Oktober feiert die Stadt eine Woche lang die Fiestas del Pilar: Hunderttausende tragen Blumen zur Basilika, bis die Marienstatue unter einem riesigen Blumenmantel verschwindet.
Museen und Viertel
Das Museo Pablo Gargallo zeigt Werke des aragonesischen Bildhauers in einem Renaissancepalast, und das Museo Goya gibt einen guten Überblick über die Druckgrafik des Malers. Das CaixaForum, ein auffälliger Bau mit roten Fassaden, bietet wechselnde Ausstellungen. Im Viertel Delicias wohnt ein großer Teil der Stadtbevölkerung, viele Einwanderer haben hier Läden und Restaurants eröffnet. Die Uferpromenaden des Ebro und der Parque Grande José Antonio Labordeta sind beliebte Orte zum Spazieren und Radfahren.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Hochgeschwindigkeitszug AVE erreicht Madrid und Barcelona jeweils in etwa eineinhalb Stunden, der Bahnhof Delicias liegt westlich der Altstadt. Der kleine Flughafen Zaragoza (ZAZ) wird vor allem von Billigfliegern angesteuert. Eine Straßenbahnlinie quert die Stadt von Nord nach Süd, ergänzt durch Busse. Beste Reisezeit sind Frühling und Herbst; der Sommer ist heiß, im Winter weht oft der kalte Nordwestwind Cierzo. Ausflüge führen zum Kloster Piedra mit Wasserfällen, in die Mudéjar-Stadt Tarazona oder in die Wüstenlandschaft der Bardenas Reales.













