Palma entdecken: Kathedrale, Altstadt und Meer
Reiseführer · redaktionellWer mit der Fähre oder im Landeanflug auf Palma zuhält, sieht zuerst die Kathedrale: ein goldfarbener Koloss, der direkt über dem Meer zu schweben scheint. Die Inselhauptstadt Mallorcas ist längst mehr als Durchgangsstation zu den Stränden – ein Palma Urlaub oder eine kurze Städtereise lohnen wegen der Altstadt, der Märkte und eines Lebensgefühls, das spanisch und mediterran zugleich ist. Und das Meer liegt immer nur ein paar Schritte entfernt.
Römer, Mauren, Könige
Die Römer gründeten die Stadt 123 v. Chr. als Palma, später wurde sie unter maurischer Herrschaft als Medina Mayurqa zu einer blühenden Handelsstadt. 1229 landete Jakob I. von Aragón mit seiner Flotte in der Bucht und eroberte die Insel. Er gelobte, im Fall des Sieges eine Kathedrale zu bauen – so entstand La Seu, an der rund vier Jahrhunderte gebaut wurde. Im 19. und 20. Jahrhundert wuchs Palma über die Stadtmauern hinaus, und mit dem Massentourismus der 1960er-Jahre wurde aus der Provinzhauptstadt eine der wichtigsten Urlaubsdrehscheiben Europas.
Sehenswürdigkeiten in Palma
Die Kathedrale La Seu besitzt eine der größten gotischen Rosetten der Welt; morgens fällt das Licht so durch das Glas, dass farbige Kreise auf die Wände wandern. Antoni Gaudí gestaltete Anfang des 20. Jahrhunderts den Altarraum mit einem schwebenden Baldachin, und der mallorquinische Künstler Miquel Barceló hat eine Seitenkapelle in eine Keramiklandschaft verwandelt. Daneben liegt der Königspalast La Almudaina, ursprünglich eine maurische Festung. Die Arabischen Bäder aus dem 10. Jahrhundert zählen zu den wenigen Bauten, die aus der muslimischen Zeit erhalten sind. Über der Stadt thront das Castell de Bellver, eine runde gotische Burg mit Rundblick über die Bucht. Wer den Altstadtgassen folgt, entdeckt hinter schweren Toren die Patios, prachtvolle Innenhöfe der Adelspaläste, die an manchen Tagen geöffnet sind.
Viertel zwischen Centre, Ponent und Llevant
Der Districte Centre umfasst die Altstadt mit dem jüdischen Viertel Call, den Einkaufsstraßen um den Passeig del Born und die Plaça Major. Westlich davon, im Districte de Ponent, liegt Santa Catalina, ein ehemaliges Fischer- und Seemannsviertel, das heute mit Markt, Cafés und internationalen Restaurants das lebhafteste Viertel der Stadt ist. Gleich nebenan erinnert Es Jonquet mit seinen alten Windmühlen an die Vergangenheit. Im Osten, im Districte de Llevant, verwandelt sich die alte Industriezone um Nou Llevant in ein neues Wohnquartier, und an der Bucht beginnt der Weg zu den Stränden von Can Pere Antoni. Weiter östlich, im Districte de Platja de Palma, reihen sich Hotels an der Playa de Palma und in S'Arenal – ein ganz anderes Mallorca, an dem die Stadt seit Jahren mit strengeren Regeln für Partytourismus arbeitet.
Essen und Märkte
Zum Frühstück gehört eine Ensaïmada, das spiralförmige Schmalzgebäck mit Puderzucker, das Reisende in großen runden Schachteln mit nach Hause nehmen. Pa amb oli, Brot mit Tomate, Olivenöl und Schinken oder Käse, ist die einfache Inselmahlzeit schlechthin. Dazu kommen Sobrasada, eine streichfähige Paprikawurst, Frit mallorquí aus Innereien und Gemüse und im Herbst Tumbet, ein Gemüseauflauf. Der Mercat de l'Olivar nahe der Plaça d'Espanya und der Mercat de Santa Catalina sind gute Orte, um mittags an einem Tresen Austern, Tapas oder Fisch zu probieren. Die Restaurants in Palma reichen vom Tapas-Tresen bis zur Sterneküche; Weine aus Binissalem und Pla i Llevant gewinnen zunehmend an Ansehen.
Ausgehen und Kultur
Abends zieht es die Palmesanos zur Tapas-Route durch La Lonja und Santa Catalina. Das Es Baluard Museu d'Art Contemporani in einer alten Bastion bietet Kunst und eine Terrasse mit Blick über den Hafen, die Fundació Pilar i Joan Miró in Cala Major zeigt Ateliers und Werke des Malers, der seine letzten Lebensjahrzehnte hier verbrachte. Im Sommer finden Konzerte im Bellver-Schloss statt.
Unterwegs in Palma und beste Reisezeit
Der Flughafen Son Sant Joan (PMI) liegt etwa acht Kilometer östlich, Buslinie A1 fährt ins Zentrum. Von der Plaça d'Espanya startet der historische Holzzug nach Sóller durch die Serra de Tramuntana, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Die beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst, wenn das Wetter mild ist und weniger Kreuzfahrtschiffe anlegen. Im Februar blühen zudem die Mandelbäume auf der Insel.









