Stadt · Ebene 3

Málaga

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Region
Andalusien, Spanien
Einwohner
599.063
Zentrum
36.7213° N · -4.4216° E
Stadtteile
24
Málaga – Stadtansicht
Málaga · © Viktar Palstsiuk · CC BY-SA 4.0
§ 3

Karte von Málaga

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§ 4

Málaga entdecken: Picasso, Alcazaba und Espetos

Reiseführer · redaktionell

Lange galt Málaga nur als Ankunftsflughafen für die Costa del Sol – heute bleiben viele gleich in der Stadt. Die Geburtsstadt Picassos hat sich mit Museen, einem herausgeputzten Hafen und einer lebhaften Tapas-Szene neu erfunden. Für eine Städtereise im Winter oder einen Málaga Urlaub mit Strand bietet sie mildes Klima und viel Kultur auf kurzen Wegen.

Phönizier, Mauren und ein Maler

Phönizische Händler gründeten hier vor rund 2.800 Jahren die Siedlung Malaka. Unter den Römern entstand das Theater, dessen Ränge heute am Fuß der Alcazaba freigelegt sind. Die Mauren bauten Málaga zu einem bedeutenden Hafen aus, bis die Katholischen Könige die Stadt 1487 nach langer Belagerung einnahmen. Im 19. Jahrhundert brachten Industrie und Weinhandel Wohlstand; 1881 wurde an der Plaza de la Merced Pablo Picasso geboren. Nach Jahrzehnten als Durchgangsort setzte die Stadt ab den 2000er-Jahren auf Kultur – mit sichtbarem Erfolg.

Sehenswürdigkeiten in Málaga

Die Alcazaba, eine maurische Festung aus dem 11. Jahrhundert, steigt in Terrassen mit Gärten, Brunnen und Torbögen den Hang hinauf. Darüber liegt das Castillo de Gibralfaro, von dessen Mauern man Hafen, Stierkampfarena und die Bucht überblickt. Die Kathedrale trägt den Spitznamen „La Manquita“, die Einarmige, weil ihr zweiter Turm nie fertiggestellt wurde – angeblich floss das Geld in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die Calle Marqués de Larios, mit Marmor gepflastert, ist die Flaniermeile der Altstadt. Am Hafen führt der Muelle Uno mit Palmen und Geschäften zum Leuchtturm, und gleich dahinter beginnt der Stadtstrand La Malagueta. Parallel zum Hafen verläuft der Parque de Málaga, eine schattige Allee mit tropischen Pflanzen, die im Sommer zur willkommenen Abkühlung wird. Wer die Stadt von oben sehen will, nimmt den Fußweg zum Gibralfaro am späten Nachmittag, wenn das Licht weich über die Bucht fällt.

Museen und Viertel

Das Museo Picasso Málaga im Palacio de Buenavista zeigt Werke aus allen Schaffensphasen, das Geburtshaus an der Plaza de la Merced dokumentiert seine Kindheit. Das Centre Pompidou Málaga steckt unter einem bunten Glaswürfel am Hafen, das Museo Carmen Thyssen widmet sich andalusischer Malerei des 19. Jahrhunderts. Im Centro Histórico und rund um La Merced liegen die meisten Bars und Cafés. Jenseits des Flusses Guadalmedina hat sich das Soho im Ensanche Centro mit großflächiger Street Art zum Künstlerviertel entwickelt, während Huelin und Cruz de Humilladero zeigen, wie die Malagueños abseits der Touristenströme wohnen. Am Stadtrand von Churriana liegt der Flughafen, dazu ruhige Villen und Hügel.

Essen in Málaga: Espetos und süßer Wein

Das Wahrzeichen der Strandküche sind Espetos: Sardinen, auf Schilfrohr gespießt und über Holzglut in alten Booten gegrillt – am besten in Pedregalejo oder El Palo. Fritura malagueña, frittierter Fisch, Porra antequerana, eine dicke kalte Tomatensuppe, und Ajoblanco aus Mandeln und Knoblauch gehören zum Pflichtprogramm. Im Mercado de Atarazanas, einer Markthalle hinter einem maurischen Torbogen, kann man an Tresen frische Meeresfrüchte probieren. Wer Kaffee bestellt, muss die lokale Skala kennen: vom fast schwarzen „Solo“ bis zum milchigen „Sombra“. Dazu passt ein Glas süßer Málaga-Wein aus Muskatellertrauben, ausgeschenkt in traditionsreichen Bodegas direkt aus dem Fass.

Feste und Ausgehen

In der Semana Santa ziehen tonnenschwere Prozessionsthrone durch die Altstadt, getragen von Hunderten Männern und Frauen – eines der eindrucksvollsten Osterfeste Andalusiens. Im August feiert Málaga eine Woche lang die Feria mit Flamenco, Pferden und Volksfest. Abends verteilt sich das Leben auf Dachterrassen, die Tapasbars um die Plaza de la Merced und die Lokale an La Malagueta.

Unterwegs in Málaga und beste Reisezeit

Der Flughafen Málaga-Costa del Sol (AGP) ist per Cercanías-Zug in rund zehn Minuten mit dem Zentrum verbunden; der AVE erreicht Madrid in knapp drei Stunden. Die Altstadt erkundet man zu Fuß, eine kleine Metro ergänzt die Busse. Beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst, doch selbst im Januar sind 17 Grad keine Seltenheit. Ausflüge führen zum spektakulären Caminito del Rey, nach Ronda über der Schlucht oder in die weißen Dörfer der Axarquía.