Bratislava entdecken: Burg, Altstadt und Donauufer
Reiseführer · redaktionellNur eine Stunde von Wien entfernt liegt Bratislava an der Donau, zwischen den Ausläufern der Kleinen Karpaten und der Grenze zu Österreich und Ungarn. Eine Städtereise nach Bratislava verbindet eine kompakte Altstadt, eine Burg mit weitem Blick und Weinberge am Stadtrand.
Pressburg, Pozsony, Bratislava
Die Stadt trug über die Jahrhunderte viele Namen: Pressburg auf Deutsch, Pozsony auf Ungarisch. Als die Osmanen Buda eroberten, wurde sie 1536 Hauptstadt des Königreichs Ungarn, und zwischen 1563 und 1830 wurden im Martinsdom elf ungarische Könige und Königinnen gekrönt, darunter Maria Theresia. Erst 1919 erhielt die Stadt den Namen Bratislava. Unter dem Kommunismus wurde ein Teil der Altstadt für eine Brücke abgerissen, am anderen Ufer entstand mit Petržalka eine riesige Plattenbausiedlung. Seit 1993 ist Bratislava Hauptstadt der unabhängigen Slowakei.
Sehenswürdigkeiten in Bratislava
Die Burg mit ihren vier Ecktürmen thront über der Donau und ist das Wahrzeichen der Stadt; im Inneren liegt das Slowakische Nationalmuseum, und vom Barockgarten blickt man bei klarem Wetter bis nach Österreich. Unterhalb steht der gotische Martinsdom, auf dessen Turmspitze eine vergoldete Nachbildung der ungarischen Stephanskrone sitzt. Durch das Michaelertor, das einzige erhaltene Stadttor, gelangt man in die Altstadt, den Historischen Kern, mit dem Alten Rathaus und dem Primatialpalais, in dessen Spiegelsaal 1805 der Friede von Pressburg unterzeichnet wurde. Zwischen den Gassen verstecken sich Bronzefiguren wie der „Čumil“, ein Kanalarbeiter, der aus einem Gully schaut. Die Blaue Kirche der heiligen Elisabeth im Jugendstil ist ein beliebtes Fotomotiv. Über die Donau spannt sich die Brücke des Slowakischen Nationalaufstands mit dem „UFO“, einem Aussichtsrestaurant auf dem Pylon.
Viertel und Stadtleben
Rund um die Obchodná-Straße, die Haupteinkaufsstraße zwischen Altstadt und Hochschulviertel, herrscht reges Treiben mit Cafés und Imbissen. Am Donauufer ist mit Eurovea und dem neuen Hochhaus Eurovea Tower ein modernes Viertel mit Promenade entstanden. Im Stadtteil Rača am Fuß der Kleinen Karpaten wird seit Jahrhunderten Wein angebaut, im Herbst feiern die Winzer das Weinlesefest. Podunajské Biskupice im Südosten wirkt fast dörflich. Der Waldpark Železná studnička bietet Wanderwege, auf dem Kamzík steht ein Fernsehturm mit Aussicht.
Essen in Bratislava
Die slowakische Nationalspeise sind Bryndzové halušky, kleine Kartoffelnocken mit Schafskäse und Speck. Dazu kommen Kapustnica, eine Sauerkrautsuppe, Pressburger Beugel, ein Gebäck mit Mohn- oder Nussfüllung, und Wein aus den Kleinen Karpaten. Die Restaurants in Bratislava sind günstiger als in Wien, in der Altstadt gibt es traditionelle Wirtshäuser und Mikrobrauereien.
Anreise und beste Reisezeit
Der Flughafen Bratislava liegt rund neun Kilometer vom Zentrum, viele Reisende nutzen den Flughafen Wien, der mit Bus und Bahn in etwa einer Stunde erreichbar ist. Züge verbinden Bratislava mit Wien, im Sommer fahren Schnellboote auf der Donau. Straßenbahnen erschließen die Stadt, die Altstadt ist klein genug für Spaziergänge. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, im Advent verwandeln Weihnachtsmärkte den Hauptplatz. Ausflüge führen zur Burgruine Devín an der Mündung der March, wo früher der Eiserne Vorhang verlief und heute ein Denkmal an die Menschen erinnert, die bei der Flucht über die Grenze starben. Mit dem Rad folgt man dem Donauradweg nach Österreich oder fährt zum Kunstmuseum Danubiana auf einer Halbinsel im Fluss.










