Wallis: Viertausender, Gletscher und Weinberge
Reiseführer · redaktionellDas Wallis ist das Land der Viertausender: Rund um das Rhonetal stehen mehr als 40 Gipfel über 4.000 Meter, darunter das Matterhorn. Wer eine Reise ins Wallis plant, findet Gletscherwanderungen, autofreie Bergdörfer und sonnige Rebberge, auf denen einige der eigenwilligsten Weine der Schweiz wachsen.
Ein Tal, zwei Sprachen
Der Kanton folgt der Rhone vom Rhonegletscher bis zum Genfersee. Im Oberwallis um Brig und Visp spricht man Walliserdeutsch, im Unterwallis um Sitten, Siders und Martigny Französisch – die Sprachgrenze verläuft bei Siders. Vom Haupttal zweigen Seitentäler nach Süden ab, etwa das Mattertal nach Zermatt, das Saastal nach Saas-Fee oder das Val d’Anniviers mit Dörfern wie Grimentz und Zinal. Das Klima ist trocken und sonnig; uralte Wasserleitungen, die Suonen oder Bisses, führten Gletscherwasser zu Wiesen und Reben und sind heute beliebte Wanderwege.
Orte und Reiseziele im Wallis
Zermatt ist autofrei und liegt zu Füßen des Matterhorns; die Gornergratbahn und die Seilbahn zum Klein Matterhorn auf fast 3.900 Meter bieten Ausblicke über Gletscher bis zum Monte Rosa. Saas-Fee, ebenfalls autofrei, ist von 13 Viertausendern umgeben. Die Gemeinde Val de Bagnes mit Verbier ist Teil des Skigebiets „4 Vallées“, während Anniviers eher ruhige Bergdörfer bietet. Sitten überrascht mit zwei Burghügeln: Auf Valère steht eine Basilika mit einer der ältesten spielbaren Orgeln der Welt, auf Tourbillon die Ruine einer Bischofsburg. In Martigny zeigt die Fondation Pierre Gianadda Kunstausstellungen inmitten römischer Ruinen, Siders lockt mit dem Weinmuseum und dem Pfynwald.
Im Oberwallis lohnen Brig mit dem Stockalperschloss, dessen drei Türme an einen Handelsherrn des 17. Jahrhunderts erinnern, und das Goms mit dunklen Holzhäusern und Langlaufloipen. Leukerbad, auf rund 1.400 Metern, besitzt die größten alpinen Thermalbäder Europas, über denen die Gemmiwand fast senkrecht aufragt.
Sehenswürdigkeiten im Wallis
Zu den größten Sehenswürdigkeiten im Wallis zählt der Große Aletschgletscher, mit über 20 Kilometern der längste der Alpen und Kern des UNESCO-Welterbes Jungfrau-Aletsch. Am besten betrachtet man ihn vom Eggishorn oder der Moosfluh oberhalb der Riederalp. Der Glacier Express startet in Zermatt und fährt in rund acht Stunden nach St. Moritz. Die Ruinen und Kapellen am Simplonpass, der Stausee Grande Dixence mit der höchsten Gewichtsstaumauer der Welt und die Bernhardinerhunde am Grossen St. Bernhard ergänzen die Liste.
Essen und Wein
Raclette stammt aus dem Wallis: Ein halber Laib Käse wird am Feuer geschmolzen und portionsweise abgestrichen, dazu gibt es Gschwellti, Essiggurken und Silberzwiebeln. Ein Walliser Teller vereint Trockenfleisch, Rohschinken, Speck und Roggenbrot mit AOP-Siegel. Die Rebberge zwischen Leuk und Martigny liefern Fendant (Chasselas), Petite Arvine, Heida und Cornalin. Im Herbst, zur Zeit der Weinlese, werden auf vielen Märkten Kastanien geröstet – die Brisolée.
Anreise und beste Reisezeit
Durch den Lötschberg-Basistunnel erreicht man Visp von Bern aus in rund einer Stunde, aus dem Westen führt die Bahn entlang des Genfersees ins Rhonetal. Der nächstgelegene große Flughafen ist Genf. Die beste Reisezeit für Hochtouren und Wanderungen liegt zwischen Juni und September; Wintersport ist von Dezember bis April möglich, auf dem Gletscher bei Zermatt sogar ganzjährig.






