Västernorrland: Die Hohe Küste und das Steinerne Sundsvall
Reiseführer · redaktionellNirgendwo auf der Welt hebt sich das Land so stark wie an der Hohen Küste in Västernorrland: Seit der letzten Eiszeit ist der Boden um fast 300 Meter gestiegen. Wer eine Reise nach Västernorrland plant, findet steile Küstenberge, die direkt aus dem Meer aufragen, ruhige Fischerdörfer und eine Stadt aus Stein, die nach einem Großbrand neu entstand.
Landschaft zwischen Meer und Flusstälern
Die Provinz liegt am Bottnischen Meerbusen und wird von breiten Flusstälern durchzogen, vor allem dem Ångermanälven und dem Indalsälven, an denen früher Holz zu den Sägewerken an der Küste geflößt wurde. Im Landesinneren wechseln Wälder, Seen und Höfe; bei Sollefteå strömt der Ångermanälven durch eine liebliche Landschaft mit Stromschnellen. Die Küste zerfällt in Inseln, Buchten und Halbinseln, besonders zwischen Härnösand und Örnsköldsvik. Die Küstenberge erheben sich bis knapp 300 Meter über das Wasser, und am Skuleberget lässt sich die einstige Strandlinie hoch über dem heutigen Meer erkennen. Die Insel Alnön vor Sundsvall ist über eine Brücke erreichbar und bietet Badestrände und alte Fischerhütten.
Sehenswürdigkeiten in Västernorrland
Die Höga Kusten, die Hohe Küste, ist gemeinsam mit dem finnischen Kvarken-Archipel UNESCO-Welterbe, weil sich hier die Landhebung nach der Eiszeit besonders gut ablesen lässt. Der Nationalpark Skuleskogen bietet Wanderwege durch Urwald und zur spektakulären Felsspalte Slåttdalsskrevan, vom Skuleberget aus reicht der Blick weit über Meer und Land; die Hängebrücke Högakustenbron überspannt den Ångermanälven. Kleine Fischerdörfer wie Bönhamn und Barsta haben Räuchereien und Hafencafés, auf der Insel Ulvön liegt eines der schönsten Fischerdörfer der Küste. Sundsvall brannte 1888 nieder und wurde in Stein wiederaufgebaut; das Stenstan-Viertel mit prächtigen Bürgerhäusern zeugt vom Reichtum der Holzindustrie. Härnösand, der Hauptort, besitzt eine Domkirche und das Freilichtmuseum Murberget. Örnsköldsvik ist für Wintersport bekannt und hat einen Ruf als Eishockeystadt. Sundsvall besitzt mit dem Kulturmagasinet, vier umgebauten Lagerhäusern mit Museum und Bibliothek, einen lebendigen Treffpunkt. Der Weitwanderweg Höga Kustenleden führt auf rund 130 Kilometern von der Hängebrücke über die Küstenberge bis Örnsköldsvik. Sollefteå im Landesinneren lockt im Winter mit Loipen und einer Skisprungschanze.
Kultur und Geschichte
Im 19. Jahrhundert entstanden entlang der Küste Dutzende Sägewerke, und die Region wurde reich. Die Arbeitskämpfe der Sägewerksarbeiter gehören zur Geschichte der schwedischen Arbeiterbewegung; in Ådalen bei Kramfors wurden 1931 bei einer Demonstration fünf Menschen erschossen. Bo Widerbergs Film „Ådalen 31“ erzählt diese Ereignisse.
Essen, Anreise und beste Reisezeit
Die Hohe Küste ist berühmt für Surströmming, fermentierten Ostseehering, der Ende August traditionell im Freien mit Tunnbröd, Kartoffeln und Zwiebeln gegessen wird; der Geruch ist legendär. Daneben gibt es geräucherten Fisch und Moltebeeren. Ostküstenbahn und Botniabahn verbinden Sundsvall, Härnösand und Örnsköldsvik mit Stockholm und Umeå, Sundsvall hat einen Flughafen. Die beste Reisezeit ist der Sommer und der frühe Herbst. Im Sommer fahren Boote von Köpmanholmen zu den Inseln Ulvön und Trysunda, und viele Unterkünfte befinden sich in umgebauten Fischerhütten.
