Provinz Uppsala: Königsgräber, Dom und Eisenhütten
Reiseführer · redaktionellDie Provinz Uppsala ist das alte Kernland des schwedischen Reiches: Hier lagen heidnische Königshöfe, hier wurde der Erzbischof gekrönt, und hier entstand 1477 die älteste Universität Skandinaviens. Urlaub in der Provinz Uppsala verbindet eine lebendige Studentenstadt mit Grabhügeln aus der Eisenzeit, Barockschlössern und den Hüttenorten des Uppland-Eisens.
Uppsala: Dom und Gelehrte
Uppsala, Schwedens viertgrößte Stadt, wird von den beiden Türmen des Doms überragt, der größten Kirche Skandinaviens, in der Gustav Wasa und Carl von Linné begraben liegen. Gegenüber erhebt sich das rosafarbene Schloss aus dem 16. Jahrhundert. Das Gustavianum, das alte Hauptgebäude der Universität, besitzt ein anatomisches Theater unter einer Kuppel und den Augsburger Kunstschrank. Der Linnégarten und das Wohnhaus des Botanikers erinnern an den berühmtesten Gelehrten der Stadt, sein Landsitz Hammarby liegt südöstlich davon. Am Fyrisån reihen sich Cafés, und die Studentennationen prägen mit Bällen und dem Walpurgisfest am 30. April das Stadtleben. Unterhalb des Schlosses liegt der Botanische Garten, und vom Schlosshügel blickt man bei Sonnenuntergang über Dächer und Ebene.
Sehenswürdigkeiten in der Provinz Uppsala
Nördlich der Stadt liegt Gamla Uppsala mit drei großen Königshügeln aus dem 6. Jahrhundert, einem Museum und einer mittelalterlichen Kirche an der Stelle des alten Tempels. Am Mälaren steht Schloss Skokloster, ein Barockbau mit Sammlungen von Waffen und Kunst aus dem Dreißigjährigen Krieg. Im Norden der Provinz erzählen die Wallonenhüttenwerke von Österbybruk, Lövstabruk und Forsmark von der Eisenproduktion, für die im 17. Jahrhundert Schmiede aus Wallonien angeworben wurden; Herrenhäuser, Arbeiterhäuser und Parks sind gut erhalten. Die Küste bei Öregrund und Östhammar mit Holzhäusern und Schären ist ein beliebtes Sommerziel. Enköping im Westen nennt sich Parkstadt Schwedens und ist für seine Gärten bekannt. Bei Vendel und Valsgärde wurden reich ausgestattete Bootsgräber gefunden, nach denen eine ganze Epoche, die Vendelzeit, benannt ist. Von Öregrund fahren Fähren zur Insel Gräsö.
Landschaft und Natur
Uppland ist überwiegend flach, mit Äckern, Wäldern und vielen Runensteinen am Wegesrand; nirgendwo auf der Welt stehen so viele wie hier. Der Fluss Dalälven bildet bei Färnebofjärden im Norden einen Nationalpark mit Inseln und Stromschnellen, der zu großen Teilen zu den Nachbarprovinzen gehört. Die Ostseeküste ist von Landhebung geprägt, sodass immer neue Inseln und Buchten entstehen. Der Ekoln, ein Nordarm des Mälaren, und die Ebenen um Uppsala laden zu Radtouren ein; im Frühjahr rasten hier zahlreiche Zugvögel.
Essen, Anreise und beste Reisezeit
Am Walpurgisfest gehören Hering und Sekt zum Studentenpicknick, im Sommer Krebse und Zimtschnecken in den Cafés am Fluss. Uppsala ist mit dem Zug in rund 40 Minuten von Stockholm erreichbar, Arlanda liegt nur 20 Minuten entfernt. Die beste Reisezeit reicht von Mai bis September; im Frühjahr ist die Walpurgisnacht ein besonderes Erlebnis. Uppsala hat eine lebendige Café- und Kneipenszene, die von den Studentennationen geprägt ist; in deren Pubs und Mensen essen auch Besucher günstig.

