Provinz Örebro: Schloss, Bergslagen und Tiveden
Reiseführer · redaktionellDie Provinz Örebro liegt im Herzen Schwedens, wo die fruchtbare Närke-Ebene auf die Wälder und alten Bergwerke von Bergslagen trifft. Urlaub in der Provinz Örebro führt zu einem Wasserschloss mitten in der Stadt, in Holzhausstädtchen der Erzgruben und in den urwüchsigen Nationalpark Tiveden.
Landschaft und Lage
Der Süden der Provinz wird von der Närke-Ebene geprägt, die sich vom See Hjälmaren nach Westen bis zum Höhenrücken Kilsbergen zieht. Nördlich davon beginnt Bergslagen, eine Landschaft aus Wäldern, Seen und Grubenorten, in denen jahrhundertelang Eisen und Silber gewonnen wurde. Ganz im Süden reicht die Provinz bis an den Vättern, wo bei Askersund Schären im See liegen. Der Nationalpark Tiveden an der Grenze zu Västra Götaland ist ein Gebiet aus Granitfelsen, riesigen Findlingen und dichtem Wald, ideal für Wanderungen. Der Hjälmaren ist Schwedens viertgrößter See und für Zander bekannt; an seinem Westufer liegt das Vogelschutzgebiet Kvismaren. In den Wäldern von Tiveden spielen Trolle in vielen Sagen eine Rolle.
Sehenswürdigkeiten in der Provinz Örebro
Örebro, eine der größten Städte Schwedens, wird vom Schloss auf einer Insel im Fluss Svartån dominiert, einer mittelalterlichen Burg mit vier Rundtürmen. Am Fluss entlang führt ein Spazierweg zum Freilichtmuseum Wadköping mit alten Holzhäusern und Handwerkern sowie zum Stadtpark. Der Wasserturm Svampen, „der Pilz“, bietet eine Aussicht über die Ebene. Karlskoga ist eng mit Alfred Nobel verbunden, der hier den Rüstungsbetrieb Bofors besaß; sein Wohnhaus Björkborn ist ein Museum. Nora im Norden ist eine der besterhaltenen Holzstädte Schwedens, mit einer Museumseisenbahn und Gruben in der Umgebung, etwa Pershyttan mit seinem Hochofen. In Askersund lohnt das Schloss Stjernsund am Vättern. Askersund an der Nordspitze des Vättern ist Ausgangspunkt für Bootstouren in den Schärengarten des Sees. Im Norden haben sich Hällefors und Grythyttan mit einer Hochschule für Gastronomie zu einem Feinschmeckerziel entwickelt, und am Stadtrand von Örebro lädt das Naturreservat Oset-Rynningeviken zu Spaziergängen ein. Karlskoga lockt mit Badestränden am See Möckeln.
Kultur und Geschichte
In Örebro wählten die Stände 1810 den französischen Marschall Jean-Baptiste Bernadotte zum Thronfolger; seine Nachkommen regieren Schweden bis heute. Die Bergbautradition ist an vielen Orten sichtbar, von Hüttenwerken bis zu Arbeitersiedlungen. Heute ist Örebro ein Logistik- und Universitätsstandort mit lebendiger Innenstadt. Das Schloss, im Mittelalter als Festung errichtet und unter den Wasakönigen ausgebaut, beherbergt heute Ausstellungen. Hallsberg besitzt einen der größten Rangierbahnhöfe Skandinaviens.
Essen, Anreise und beste Reisezeit
Die Höfe der Närke-Ebene verkaufen Getreide, Gemüse und Fleisch in Hofläden; in Nora gibt es das berühmte Noraglass, Eis aus einem traditionsreichen Kiosk am See. Aus den Wäldern kommen Pilze, Beeren und Wild. Örebro ist per Zug in rund zwei Stunden von Stockholm erreichbar, der Flughafen dient überwiegend dem Charter- und Frachtverkehr. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September. In Grythyttan lohnt ein Abendessen im traditionsreichen Gästgivaregård. Auf den Märkten werden Pilze und Beeren aus Bergslagen verkauft, und viele Höfe backen ihr eigenes Brot.
