Gävleborg: Hälsinge-Höfe und Küste am Bottnischen Meer
Reiseführer · redaktionellGävleborg umfasst die alten Landschaften Gästrikland und Hälsingland und beginnt nur zwei Zugstunden nördlich von Stockholm. Eine Reise nach Gävleborg führt zu bemalten Bauernhöfen, die zum UNESCO-Welterbe gehören, an eine felsige Küste mit Fischerdörfern und in Wälder voller Seen, in denen Elch und Bär leben.
Landschaft und Lage
Die Provinz erstreckt sich vom Bottnischen Meerbusen im Osten bis tief ins Waldland im Westen. Der Fluss Ljusnan zieht sich durch Hälsingland, der sich zu Seen wie dem Bergviken weitet, und an seinen Ufern liegen Bollnäs und Ljusdal. Die Küste ist zerklüftet und mit Fischerhütten bestanden, etwa im Hornslandet bei Hudiksvall, einer Halbinsel mit Wanderwegen und Badebuchten. Im Süden mündet der Dalälven, und in Gästrikland prägen Eisenwerke und Seen das Bild. Fischerdörfer wie Bönan bei Gävle haben Räuchereien, und vor Hudiksvall liegt die Leuchtturminsel Agö. Im Winter laden Langlaufloipen um Järvsö ein. Im Westen erstrecken sich die Wälder bis an die Grenze zu Jämtland und Dalarna; hier leben Elche, Bären und Luchse.
Sehenswürdigkeiten in Gävleborg
Die Hälsingegårdar sind reich verzierte Holzbauernhöfe aus dem 18. und 19. Jahrhundert, deren Festsäle mit Wandmalereien ausgestattet sind; sieben davon sind UNESCO-Welterbe, darunter Gästgivars in Vallsta und Kristofers in Järvsö. Gävle, die größte Stadt, besitzt mit Gamla Gefle ein Viertel bunter Holzhäuser und ist bekannt für den Gävlebock, einen riesigen Strohbock, der jedes Jahr im Advent aufgestellt wird und öfter in Flammen aufging. Am Stadtrand liegt das Eisenbahnmuseum, südlich davon der Zoo- und Vergnügungspark Furuvik. Hudiksvall zählt zu den ältesten Städten Norrlands, mit Holzhäusern und dem Fiskarstan am Hafen. Söderhamn hat mit dem Turm Oscarsborg einen Aussichtspunkt über die Stadt, Sandviken, die Stahlstadt, lockt mit dem Erholungsgebiet Högbo Bruk. Järvsö ist Ausflugsziel mit Bike-Park, Skigebiet und Wildpark. In Söderhamn ist zudem das Flugmuseum F15 sehenswert, und bei Bollnäs lädt die Ljusnan zu Kanutouren ein. Der Süden, das alte Gästrikland mit Hofors und Ockelbo, ist Wald- und Seenland mit traditionsreichen Hüttenorten.
Kultur und Geschichte
Hälsingland wurde durch Flachsanbau und Holzhandel wohlhabend, und die Bauern zeigten ihren Reichtum mit prächtigen Höfen. Die Region ist zudem für ihre Volksmusik bekannt; beim traditionsreichen Tanzwettbewerb Hälsingehambo tanzen Paare entlang der Ljusnan bis nach Järvsö. Gävle war ein bedeutender Hafen für Eisen und Holz, und die Sandvik-Werke sind bis heute ein großer Arbeitgeber. Viele Höfe wurden von wandernden Malern aus Dalarna ausgeschmückt, deren Blumenranken und biblische Szenen bis heute leuchten. Beim jährlichen Tag der Hälsingegårdar öffnen im Sommer zahlreiche Höfe gleichzeitig ihre Türen.
Essen, Anreise und beste Reisezeit
Typisch sind Hälsingeostkaka, ein Käsekuchen mit Moltebeeren, Strömming von der Küste und Brot aus dem Holzofen. Auf vielen Höfen gibt es Cafés mit Gebäck und Kaffee. Gävle ist per Zug in rund eineinhalb Stunden von Stockholm erreichbar, Züge fahren weiter die Küste hinauf nach Söderhamn und Hudiksvall sowie ins Landesinnere nach Bollnäs. Die beste Reisezeit ist der Sommer, wenn die Höfe geöffnet sind; im Advent lohnt ein Besuch beim Gävlebock.




