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San Marino

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San Marino Urlaub: Republik auf dem Monte Titano

Reiseführer · redaktionell

San Marino gilt als älteste noch bestehende Republik der Welt und thront mit seinen drei Türmen auf dem Monte Titano, rund 20 Kilometer landeinwärts von Rimini. Ein Urlaub in San Marino lässt sich gut mit Strandtagen an der Adria verbinden, doch wer über Nacht bleibt, erlebt die Altstadt ohne Tagesausflügler und mit Blick auf die Lichter der Küste.

Die drei Türme und die Altstadt

Die Hauptstadt San Marino klebt am Grat des Monte Titano, eines 739 Meter hohen Kalksteinbergs, der nach Osten senkrecht abfällt. Entlang dieser Kante stehen die drei Festungstürme, die auch im Staatswappen und auf der Flagge zu sehen sind. Die Guaita, der älteste Turm, geht auf das 11. Jahrhundert zurück und diente lange als Gefängnis. Ein Weg auf dem Kamm, der Passo delle Streghe, führt zur Cesta, in der heute ein Museum für alte Waffen untergebracht ist. Der dritte Turm, der Montale, ist nur von außen zu sehen.

In der Altstadt, die zusammen mit dem Monte Titano seit 2008 zum UNESCO-Welterbe gehört, geht es über steile Gassen und Treppen. Auf der Piazza della Libertà steht der Palazzo Pubblico mit seinen Zinnen, Sitz von Regierung und Parlament, davor findet im Sommer stündlich die Wachablösung statt. Die Basilica di San Marino birgt die Reliquien des Stifters. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in San Marino zählen das Staatsmuseum, das Briefmarken- und Münzmuseum sowie zahlreiche, eher kuriose Privatmuseen. Eine Seilbahn verbindet die Altstadt mit dem tiefer gelegenen Borgo Maggiore, wo die Einheimischen auf dem Markt einkaufen.

Geschichte der ältesten Republik der Welt

Der Legende nach gründete der Steinmetz Marinus, ein Christ von der dalmatinischen Insel Rab, im Jahr 301 auf dem Berg eine Gemeinschaft, um der Verfolgung zu entgehen. Die Republik hat sich über die Jahrhunderte gegen Päpste, Fürsten und Napoleon behauptet und wurde auch bei der Einigung Italiens nicht eingegliedert. Bis heute stehen an der Spitze des Staates zwei Capitani Reggenti, die alle sechs Monate neu gewählt werden. Ihre Amtseinführung am 1. April und am 1. Oktober wird mit Umzügen in mittelalterlichen Uniformen gefeiert. Der wichtigste Feiertag ist der 3. September, das Fest des heiligen Marinus, und Ende Juli lassen die Mittelaltertage die Altstadt mit Bogenschützen, Fahnenschwingern und Gauklern aufleben.

Essen und Trinken

Die Küche gleicht der der benachbarten Romagna. Piadina, ein dünnes Fladenbrot mit Schinken, Squacquerone-Käse und Rucola, wird überall frisch gebacken. Hausgemachte Pasta wie Tagliatelle, Strozzapreti und Cappelletti in Brühe stehen auf jeder Karte, dazu Kaninchen mit Fenchel und Grillfleisch. Die bekannteste Süßspeise ist die Torta Tre Monti, eine Waffeltorte mit Schokolade und Haselnusscreme, deren Form an die drei Türme erinnert. Aus den Weinbergen an den Hängen stammen Sangiovese und der weiße Biancale, und zum Abschluss wird oft ein Kräuterlikör gereicht.

Anreise und beste Reisezeit

San Marino hat weder Flughafen noch Bahnhof. Die nächsten Flughäfen sind Rimini (RMI) und Bologna (BLQ). Vom Bahnhof Rimini fahren mehrmals täglich Linienbusse in knapp einer Stunde hinauf in die Altstadt. Mit dem Auto führt die Superstrada von Rimini direkt bis an den Fuß des Berges, oben gibt es mehrere gebührenpflichtige Parkplätze. Grenzkontrollen finden nicht statt. San Marino ist kein Mitglied der EU, nutzt aber den Euro und prägt eigene Münzen, die bei Sammlern beliebt sind.

Die beste Reisezeit für San Marino sind Mai, Juni und September, wenn es mit 20 bis 27 Grad warm, aber nicht drückend ist. Im Juli und August kommen viele Badeurlauber von der Adria, und die Gassen werden voll. Auf dem Berg ist es meist einige Grad kühler als an der Küste, im Winter kann sogar Schnee fallen. Im Dezember lädt ein Weihnachtsmarkt in die Altstadt.