Zakopane entdecken: Tatra, Holzhäuser und Oscypek
Reiseführer · redaktionellAm Fuß der Hohen Tatra liegt Zakopane, Polens „Winterhauptstadt“, wo Holzhäuser mit steilen Dächern, Pferdeschlitten und der Duft von geräuchertem Schafskäse das Bild prägen. Ein Urlaub in Zakopane bedeutet im Winter Skifahren und im Sommer Wandern in einem der eindrucksvollsten Hochgebirge Mitteleuropas. Die Stadt ist zugleich ein Zentrum der Kultur der Goralen, der Bergbewohner.
Vom Bergdorf zum Kurort
Zakopane war im 19. Jahrhundert ein kleines Bergdorf, bevor Ärzte die gesunde Luft entdeckten und Künstler, Schriftsteller und Musiker kamen. Der Maler und Architekt Stanisław Witkiewicz entwickelte aus der Bauweise der Goralen den „Zakopane-Stil“, mit geschnitzten Holzhäusern, die heute das Ortsbild prägen. Der Komponist Karol Szymanowski lebte in der Villa Atma, die heute ein Museum ist. Heute ist Zakopane einer der beliebtesten Ferienorte Polens.
Sehenswürdigkeiten in Zakopane
Die Krupówki, die Hauptstraße, ist eine Fußgängerzone mit Restaurants, Läden und Straßenhändlern. Die Holzkirche und der alte Friedhof Pęksowy Brzyzek, auf dem viele berühmte Persönlichkeiten mit kunstvollen Grabmälern ruhen, liegen in der Kościeliska-Straße. Die Villa Koliba war das erste Haus im Zakopane-Stil und beherbergt heute ein Museum. Das Tatra-Museum erzählt von Natur und Kultur der Region. Mit der Standseilbahn fährt man auf den Gubałówka, einen Aussichtsberg mit Blick auf die Tatra. Die Seilbahn auf den Kasprowy Wierch bringt Besucher auf fast 2.000 Meter, direkt an die slowakische Grenze.
Wandern und Skifahren
Der Tatra-Nationalpark beginnt direkt am Ortsrand. Beliebte Ziele sind der Bergsee Morskie Oko, rund 20 Kilometer östlich, der Giewont, dessen Silhouette einem schlafenden Ritter gleicht, und das Tal der Fünf Polnischen Seen. Der Rysy, der höchste Berg Polens mit knapp 2.500 Metern, ist nur für erfahrene Bergwanderer. Im Winter gibt es Skipisten am Kasprowy Wierch, am Gubałówka und in den Skigebieten der Umgebung, etwa in Białka Tatrzańska. In der Wielka Krokiew, der Skisprungschanze, finden Weltcupspringen statt.
Essen und Goralenkultur
Typisch ist Oscypek, ein geräucherter Schafskäse in Spindelform, der gegrillt mit Preiselbeeren an Ständen verkauft wird. In den Karczmas, rustikalen Gasthäusern, gibt es Kwaśnica, eine Sauerkrautsuppe, gegrilltes Fleisch und Placki. Oft spielt dazu eine Goralen-Kapelle mit Geigen.
Anreise und beste Reisezeit
Der nächste Flughafen ist Krakau, von dort fahren Busse und Kleinbusse in rund zwei Stunden nach Zakopane. Die beste Reisezeit für Wanderer ist Juni bis September, für Skifahrer Dezember bis März. An Wochenenden und in den polnischen Ferien ist der Ort sehr voll, und auf der Zufahrtsstraße entstehen Staus. Ausflüge führen in die Slowakei, zum Thermalbad Chochołów und zu den Holzkirchen der Region, die UNESCO-Welterbe sind, etwa nach Dębno. Wer die Tatra von oben sehen will, sollte früh morgens zur Seilbahn auf den Kasprowy Wierch gehen und Tickets online kaufen, denn die Warteschlangen sind in der Saison lang. Der Weg zum Morskie Oko führt rund neun Kilometer über eine asphaltierte Straße, die man zu Fuß geht oder mit dem Pferdewagen fährt. In der Wildnis des Nationalparks leben Gämsen, Murmeltiere und Bären, und es gelten strenge Regeln.











