Monaco Reise: Fürstentum an der Côte d’Azur
Reiseführer · redaktionellMonaco ist nach dem Vatikan das zweitkleinste Land der Welt, gerade einmal gut zwei Quadratkilometer groß und an einen steilen Hang zwischen Seealpen und Mittelmeer gebaut. Eine Monaco Reise lässt sich gut als Tagesausflug von Nizza aus planen, wer aber Urlaub in Monaco macht und über Nacht bleibt, erlebt das Fürstentum auch abseits der Kreuzfahrtgäste, wenn am Hafen die Lichter der Jachten angehen.
Monaco-Ville: der Felsen
Das historische Herz liegt auf dem Rocher, einem Felsvorsprung, der rund 60 Meter steil aus dem Meer ragt. Hier steht der Fürstenpalast, seit 1297 Sitz der Familie Grimaldi, als ein Mitglied der Familie als Mönch verkleidet die Festung eroberte. Täglich kurz vor zwölf Uhr findet vor dem Palast die Wachablösung der Carabiniers statt, und im Sommer sind die Prunkräume zu besichtigen. In den engen Gassen der Altstadt liegt die Kathedrale aus weißem Stein, in der Fürstin Gracia Patricia, die frühere Schauspielerin Grace Kelly, und Fürst Rainier III. beigesetzt sind. Am Rand des Felsens thront das Ozeanographische Museum, 1910 von Fürst Albert I. eröffnet, mit einem großen Aquarium und Blick über das Meer bis zur italienischen Küste. Darunter ziehen sich die Gärten von Saint-Martin mit Aleppo-Kiefern und Agaven den Hang hinab.
Monte-Carlo und die Sehenswürdigkeiten in Monaco
Monte-Carlo ist der Stadtteil, der den Mythos begründet hat. Das Casino von Monte-Carlo, 1863 gegründet und von Charles Garnier, dem Architekten der Pariser Oper, um einen Opernsaal erweitert, prägt die Place du Casino. Gegenüber liegen das Hôtel de Paris und das Café de Paris, davor reihen sich Sportwagen auf, die Besucher eifrig fotografieren. Am Hafen Port Hercule ankern Jachten, die so groß sind wie Wohnhäuser. Der Jardin Exotique am Hang zeigt Kakteen und Sukkulenten aus aller Welt, und unter ihm liegt eine Tropfsteinhöhle. Badegäste finden am Larvotto-Strand im Osten einen öffentlichen Strand.
Formel 1, Tennis und Feste
Ende Mai oder Anfang Juni verwandelt sich Monaco in eine Rennstrecke. Beim Großen Preis von Monaco rasen die Formel-1-Wagen durch die Straßen, durch den Tunnel unter dem Fairmont-Hotel und an den Hafenkais entlang, und Balkone werden zu den teuersten Logenplätzen der Saison. Im April trifft sich die Tenniswelt beim Masters-Turnier im Monte-Carlo Country Club, und im Januar startet die Rallye Monte-Carlo. Der Nationalfeiertag am 19. November ist der Tag des Fürsten, und Ende Januar wird die Schutzheilige Sainte-Dévote mit dem Verbrennen eines Bootes vor der gleichnamigen Kirche geehrt.
Essen und Trinken
Die monegassische Küche ist nah an der von Nizza und Ligurien. Barbagiuan sind frittierte Teigtaschen mit Mangold und Ricotta, das Nationalgericht, das am Nationalfeiertag überall gereicht wird. Socca, ein dünner Fladen aus Kichererbsenmehl, Pissaladière mit Zwiebeln und Sardellen sowie Stocafi, Stockfisch in Tomatensauce, gehören ebenfalls zur Tradition. Neben Sternerestaurants wie dem Louis XV im Hôtel de Paris lohnt sich der Marché de la Condamine, wo man an Ständen günstig zu Mittag essen kann.
Anreise und beste Reisezeit
Monaco hat keinen eigenen Flughafen. Der nächste ist Nice Côte d’Azur (NCE), von dort fahren Busse in rund 45 Minuten, Hubschrauber in sieben Minuten. Am bequemsten ist der Zug: Regionalzüge entlang der Küste verbinden Nizza in gut 20 Minuten mit dem unterirdischen Bahnhof von Monaco. Für die Fahrt mit dem Auto empfiehlt sich eine der Corniche-Straßen mit spektakulären Ausblicken. Im Fürstentum selbst überwinden öffentliche Aufzüge und Rolltreppen die Höhenunterschiede.
Die beste Reisezeit für Monaco liegt zwischen Mai und Oktober. Im Juli und August klettern die Temperaturen auf 27 bis 30 Grad, das Meer erreicht 24 Grad, aber es ist auch am vollsten. Mai, Juni und September sind ideal. Dank des milden Klimas mit rund 14 Grad im Januar ist Monaco auch im Winter angenehm.
