Miramar entdecken: Golfstrand zwischen Tampico und Altamira
Reiseführer · redaktionellWer an die Golfküste Mexikos reist, landet früher oder später an der langen, hellen Sandküste von Miramar. Ein Urlaub in Miramar bedeutet weite Strände, frischen Fisch und das Alltagsleben einer wachsenden Region zwischen Tampico, Ciudad Madero und Altamira – fernab der großen Touristenströme.
Zwischen Ölhafen und Strandpromenade
Miramar ist mit seinen Nachbarstädten zu einem zusammenhängenden Ballungsraum im Süden von Tamaulipas zusammengewachsen. Geprägt wurde die Gegend vom Erdöl: Seit Anfang des 20. Jahrhunderts fördert und verarbeitet man hier Öl, die große Raffinerie von Ciudad Madero und der Industriehafen von Altamira sind bis heute wichtige Arbeitgeber. Entsprechend jung und dynamisch wirkt Miramar: Neue Wohnsiedlungen, Einkaufszentren und Hotels entstanden in den letzten Jahrzehnten entlang der Küstenstraße, während die Altstadt von Tampico mit ihren Eisenbalkonen im französischen Stil nur eine kurze Autofahrt entfernt liegt.
Playa Miramar und Sehenswürdigkeiten in Miramar
Hauptattraktion ist der rund zehn Kilometer lange Strand am Golf von Mexiko. Breit, flach und mit feinem Sand eignet er sich für lange Spaziergänge, für Familien und an Wochenenden für Volleyball, Reiten und Bananaboot-Fahrten. Im Süden begrenzen die Molen an der Mündung des Río Pánuco den Strand; von dort sieht man Frachter in den Hafen einlaufen. Entlang der Uferstraße reihen sich Palapas, einfache Strandlokale und neuere Hotelanlagen. Lohnende Abstecher führen in das historische Zentrum von Tampico mit der Plaza de Armas, der Kathedrale und dem Museo de la Cultura Huasteca, das Kunst und Alltag der Huasteken zeigt. Naturfreunde finden in den Lagunen und Mangroven des Hinterlands, etwa an der Laguna del Carpintero in Tampico, Reiher, Pelikane und gelegentlich Krokodile.
Essen in Miramar: Krabben und Huasteca-Küche
Die Küche der Region ist vom Meer und von der Huasteca bestimmt. Berühmt sind die Jaibas, Blaukrabben, die gefüllt, als Suppe oder in pikanter Soße serviert werden. Dazu kommen Shrimps-Cocktails, gegrillter Fisch und Ceviche. Eine lokale Spezialität ist die Torta de la barda aus Tampico, ein üppig belegtes Brötchen mit Fleisch, Käse, Avocado und Bohnen, das ursprünglich an einer Hafenmauer verkauft wurde. Wer die Restaurants in Miramar besucht, findet vom Strandimbiss bis zum Fischlokal mit Klimaanlage alles; morgens sind Tamales und Zacahuil, eine riesige Tamale der Huasteca, typische Frühstücksgerichte.
Strandleben und Ausgehen
Am Wochenende verwandelt sich die Küstenstraße in eine einzige Flaniermeile. Familien aus Tampico und Madero bringen Kühlboxen mit, Händler ziehen mit Mangos am Stiel, Elotes und Raspados über den Sand, und in den Palapas läuft Cumbia oder Huapango. Abends verlagert sich das Leben in die Restaurants und Bars entlang der Avenida Álvaro Obregón und in die Einkaufszentren an der Ausfallstraße. Wer Ruhe sucht, kommt unter der Woche: Dann gehört der Strand fast allein Spaziergängern, Anglern und den Pelikanen, die dicht über den Wellen gleiten.
Unterwegs, Sicherheit und beste Reisezeit
Der Flughafen von Tampico liegt nur eine kurze Fahrt entfernt und wird vor allem aus Mexiko-Stadt und Monterrey angeflogen. Fernbusse verbinden den Großraum mit dem ganzen Land, vor Ort fährt man mit Colectivos, Stadtbussen oder Taxi. Tamaulipas gehört zu den Bundesstaaten, für die Reisehinweise wegen organisierter Kriminalität gelten; im Großraum Tampico ist die Lage ruhiger als im Grenzgebiet, dennoch empfiehlt es sich, nachts auf Überlandfahrten zu verzichten und die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts zu beachten. Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und April, wenn die Temperaturen angenehm sind. Im Sommer ist es heiß und schwül, von Juni bis Oktober besteht Hurrikangefahr. In der Semana Santa füllt sich der Strand mit Besuchern aus dem ganzen Nordosten – dann herrscht Volksfeststimmung.