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Färöer

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Färöer entdecken: Inseln im Nordatlantik

Reiseführer · redaktionell

Achtzehn Inseln, rund 70.000 Schafe und kein Ort, der mehr als fünf Kilometer vom Meer entfernt ist: Ein Urlaub auf den Färöern führt in eine der abgelegensten Ecken Europas, auf halbem Weg zwischen Norwegen und Island. Die Färöer sind ein selbstverwaltetes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark, gehören aber nicht zur EU.

Landschaften und Sehenswürdigkeiten auf den Färöern

Bäume gibt es kaum, dafür grüne Steilhänge, die in Hunderte Meter hohe Klippen übergehen, und Wasserfälle, die bei starkem Wind nach oben geweht werden. Das bekannteste Motiv ist der Múlafossur bei Gásadalur auf Vágar, der direkt von der Klippe ins Meer fällt; bis 2004 erreichte man das Dorf nur zu Fuß über den Berg. Ebenfalls auf Vágar liegt der See Sørvágsvatn, der von einem bestimmten Blickwinkel aus hoch über dem Atlantik zu schweben scheint. Auf Eysturoy klettert der Slættaratindur auf 880 Meter, den höchsten Punkt der Inseln, und das Dorf Gjógv drängt sich um eine natürliche Felsschlucht, die als Bootshafen dient. Saksun auf Streymoy, eine Handvoll Grassodenhäuser über einer Gezeitenlagune, gehört zu den meistfotografierten Orten. Für Vogelfreunde ist Mykines das Ziel: Von Mai bis August brüten dort Tausende Papageitaucher. Viele Wanderwege führen über Privatland, für einige wird eine Gebühr erhoben, und man sollte sich an die markierten Routen halten.

Tórshavn und die Dörfer

Tórshavn ist eine der kleinsten Hauptstädte der Welt. Auf der Halbinsel Tinganes, wo schon die Wikinger ihr Thing abhielten, sitzt die Landesregierung bis heute in rot gestrichenen Holzhäusern mit Grasdächern. Rund um den Hafen gibt es Cafés, kleine Designläden mit Wollpullovern und das Nordische Haus, einen Kulturbau, der halb in den Hang gegraben ist. Wenige Kilometer südlich liegt Kirkjubøur, im Mittelalter Bischofssitz, mit der Ruine der Magnuskathedrale und einem Bauernhof, der seit Jahrhunderten von derselben Familie bewirtschaftet wird. Klaksvík auf Borðoy ist die zweitgrößte Stadt und das Zentrum der Fischerei.

Kultur, Sprache und Bräuche

Die Färinger sprechen eine eigene, dem Altnordischen nahe Sprache, Dänisch lernen sie in der Schule, Englisch sprechen fast alle. Seit 1948 sind die Inseln weitgehend selbstverwaltet, mit eigenem Parlament, dem Løgting, eigener Flagge und eigenen Briefmarken. Der Kettentanz, bei dem eine Gruppe zu stundenlangen Balladen im Kreis stampft, wird bis heute gepflegt, besonders zur Ólavsøka am 28. und 29. Juli, dem Nationalfeiertag in Tórshavn mit Ruderregatten und Umzügen in Tracht. Umstritten ist der traditionelle Grindwalfang, der Grindadráp, der in Buchten der Inseln weiterhin stattfindet.

Essen und Trinken

Die färöische Küche nutzt, was Meer und Weide hergeben. Ræst ist ein Schlüsselbegriff: Fleisch und Fisch werden in luftigen Holzschuppen, den Hjallur, monatelang im salzigen Wind fermentiert. Skerpikjøt, auf diese Weise getrocknetes Lamm, wird hauchdünn geschnitten auf Brot gegessen. Daneben gibt es frischen Kabeljau, Seeteufel und Lachs aus Aquakultur, der ein wichtiges Exportgut ist. Seit einigen Jahren haben sich Restaurants in Tórshavn einen Namen gemacht, die diese Tradition modern interpretieren. Zum Essen trinkt man Bier der Brauereien Föroya Bjór aus Klaksvík oder Okkara.

Anreise und Unterwegs

Der einzige Flughafen liegt auf der Insel Vágar, Atlantic Airways fliegt ganzjährig unter anderem nach Kopenhagen, im Sommer gibt es weitere Verbindungen. Die Fähre Norröna der Smyril Line fährt von Hirtshals in Dänemark nach Tórshavn und weiter nach Island, ideal für Reisende mit eigenem Auto. Vor Ort verbinden Brücken und zahlreiche Tunnel die Hauptinseln, darunter der 2020 eröffnete Eysturoyartunnel mit einem Kreisverkehr unter dem Meer und der Sandoyartunnel seit 2023. Für mehrere Unterseetunnel wird Maut fällig. Kleinere Inseln wie Mykines oder Nólsoy erreicht man mit Fähren oder dem Hubschrauber, der hier zum regulären Nahverkehr gehört.

Beste Reisezeit für die Färöer

Die beste Reisezeit für die Färöer reicht von Mai bis August. Dann ist es mit 10 bis 13 Grad am wärmsten, die Tage sind um Mittsommer fast 20 Stunden lang, und die Papageitaucher sind da. Das Wetter wechselt aber oft innerhalb einer Stunde, Nebel und Regen gehören dazu, und wer wandert, braucht wetterfeste Kleidung. Der Winter ist dank Golfstrom mild, mit Temperaturen um 3 bis 5 Grad, dafür stürmisch und dunkel. Polarlichter sind dann gelegentlich zu sehen, wenn der Himmel aufreißt.