Xinjiang: Wüsten, Oasen und Seidenstraße
Reiseführer · redaktionellXinjiang ist Chinas größte Verwaltungseinheit, fast fünfmal so groß wie Deutschland, und grenzt an acht Staaten. Eine Reise nach Xinjiang führt über Hochgebirge, durch Wüsten und Oasenstädte der alten Seidenstraße, in denen zentralasiatische und chinesische Kultur aufeinandertreffen.
Landschaft und Lage
Das Tianshan-Gebirge teilt das Gebiet in zwei große Becken: im Norden die Dsungarei mit Steppen, Wäldern und dem Altai-Gebirge, im Süden das Tarimbecken mit der Taklamakan, einer der größten Sandwüsten der Erde. An ihrem Rand reihen sich Oasen, die von Schmelzwasser aus Kunlun und Pamir leben. Bei Turfan liegt eine Senke rund 150 Meter unter dem Meeresspiegel, einer der heißesten Orte Chinas. Im Norden glitzert der Kanas-See in Wäldern nahe der mongolischen und russischen Grenze, im Tianshan der Himmelssee Tianchi unter dem schneebedeckten Bogda-Gipfel. Der Tianshan in Xinjiang ist auf weiten Strecken als UNESCO-Welterbe geschützt.
Sehenswürdigkeiten in Xinjiang
Urumtschi ist eine moderne Großstadt und Ausgangspunkt für Ausflüge; das Regionalmuseum zeigt die Mumien aus dem Tarimbecken. In Turfan lohnen die Ruinen der Oasenstädte Jiaohe und Gaochang, die Bezeklik-Grotten mit buddhistischen Wandmalereien, die Flammenden Berge und das Karez-Bewässerungssystem aus unterirdischen Kanälen. Kaschgar im äußersten Westen war Jahrhunderte lang Knotenpunkt der Karawanen; die Id-Kah-Moschee und der Sonntagsbasar prägen die Stadt. Von dort führt der Karakorum Highway am Karakul-See vorbei Richtung Pakistan. Im Westen liegt im Ili-Tal das Grasland von Nalati mit Jurten kasachischer Hirten, und das Tal von Kanas leuchtet im September von goldenen Lärchen. Der Sayram-See an der Straße Richtung Kasachstan gilt als einer der schönsten Bergseen der Region.
Essen, Reisehinweise und beste Reisezeit
Die Küche ist zentralasiatisch geprägt: Lammspieße vom Grill, Polo, ein Reisgericht mit Karotten und Hammelfleisch, handgezogene Laghman-Nudeln und Nang-Fladenbrot aus dem Tandur. Turfan ist berühmt für Rosinen, Hami für seine Melonen. Urumtschi hat Flugverbindungen in ganz China und nach Zentralasien, die Entfernungen innerhalb des Gebiets sind riesig. Reisende müssen mit vielen Sicherheitskontrollen und Ausweisprüfungen rechnen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober; im Hochsommer ist es im Süden sehr heiß, der Herbst färbt die Pappelwälder golden.
