Brüssel entdecken: Grand-Place, Comics und Jugendstil
Reiseführer · redaktionellVictor Hugo nannte die Grand-Place den schönsten Platz der Welt, und wer abends unter den vergoldeten Fassaden der Zunfthäuser steht, versteht warum. Eine Städtereise nach Brüssel verbindet diesen Platz mit Jugendstil-Architektur, Comic-Kultur, Flohmärkten, Pralinen und der Rolle als Hauptstadt Europas.
Sehenswürdigkeiten in Brüssel
Die Grand-Place, seit 1998 UNESCO-Welterbe, wird vom gotischen Rathaus mit seinem 96 Meter hohen Turm und dem Brothaus mit dem Stadtmuseum gesäumt; alle zwei Jahre im August bedeckt ein riesiger Blumenteppich den Platz. Wenige Schritte entfernt steht der Manneken Pis, die kleine Bronzefigur, die viel kleiner ist, als viele erwarten, und regelmäßig in eines ihrer Hunderte Kostüme gekleidet wird. Die Galeries Royales Saint-Hubert von 1847 gehören zu den ältesten überdachten Einkaufspassagen Europas. Am Kunstberg liegen die Königlichen Museen der Schönen Künste mit Werken von Bruegel und Rubens sowie das Magritte-Museum. Im Norden, im Stadtteil Laeken, ragt das Atomium auf, ein 102 Meter hohes Modell einer Eisenkristallzelle von der Weltausstellung 1958; in seinen Kugeln gibt es Ausstellungen und ein Restaurant. Im Frühjahr öffnet die Königsfamilie für wenige Wochen ihre Gewächshäuser in Laeken.
Viertel: Îlot Sacré bis Marolles
Im Îlot Sacré, dem verwinkelten Viertel rund um die Rue des Bouchers, reihen sich Restaurants mit Muschel- und Fischauslagen aneinander. Im Quartier des Quais, wo früher Hafenbecken lagen, findet man Fischrestaurants rund um die Place Sainte-Catherine. Die Marolles sind das alte Arbeiterviertel mit Antiquitätenläden in der Rue Haute und dem täglichen Flohmarkt auf der Place du Jeu de Balle. Darüber thront der gewaltige Justizpalast, einer der größten Bauten des 19. Jahrhunderts. Am Sablon verkaufen Chocolatiers ihre Pralinen in eleganten Läden, und im Europaviertel rund um den Schuman-Platz zeigen das Parlamentarium und das Haus der Europäischen Geschichte, wie die EU funktioniert.
Comics und Jugendstil
Brüssel ist eine Hauptstadt der Comics: Hergé, der Schöpfer von Tim und Struppi, stammte von hier, und das Belgische Comic-Zentrum zeigt in einem Jugendstil-Kaufhaus von Victor Horta die Geschichte der neunten Kunst. In der ganzen Stadt schmücken Comic-Wandbilder Häuserfassaden, ein Rundgang führt zu Figuren wie Lucky Luke oder Gaston. Victor Horta prägte um 1900 den Jugendstil, sein Wohnhaus in Saint-Gilles ist heute ein Museum und gehört zum UNESCO-Welterbe.
Essen in Brüssel
Zu den Klassikern gehören Moules-frites, Miesmuscheln mit Pommes, Stoemp, ein Kartoffelpüree mit Gemüse, und die Brüsseler Waffel, rechteckig und luftig. Pommes werden an Frituren in Tüten verkauft, am besten zweimal frittiert. Die Brauerei Cantillon in Anderlecht braut nach alter Methode Lambic und Gueuze, Biere mit spontaner Gärung, die nur in der Region Brüssel entstehen. Abends trifft man sich in traditionellen Estaminets oder in den Bars rund um die Place Saint-Géry.
Anreise und beste Reisezeit
Vom Flughafen Brüssel fährt der Zug in rund 20 Minuten ins Zentrum, Billigflieger landen in Charleroi. Hochgeschwindigkeitszüge verbinden mit Paris, London, Amsterdam und Köln. Die beste Reisezeit sind Frühling und Frühherbst, im Dezember lockt ein Weihnachtsmarkt.












