Stadt · Ebene 3

Minsk · Мінск

1.796 Orte in Minsk – von Wahrzeichen bis zur Cocktailbar. Wähle eine Kategorie, einen Stadtteil oder stöbere auf der Karte.Eigene Tour planen2 fertige Touren

Region
Belarus
Einwohner
1.995.091
Zentrum
53.9025° N · 27.5618° E
Stadtteile
9
Minsk – Stadtansicht
Minsk · © unbekannt · Public domain
§ 3

Karte von Minsk

Top-Orte je Kategorie
EbenenKarte
§ 4

Minsk entdecken: Prachtboulevards und Oberstadt

Reiseführer · redaktionell

Breite Boulevards, monumentale Fassaden im Zuckerbäckerstil und ein Fluss, an dem sich die Altstadt duckt: Minsk ist ein steinernes Geschichtsbuch des 20. Jahrhunderts. Für eine Reise nach Minsk gilt derzeit allerdings: Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Belarus ab; der folgende Text versteht sich als Porträt der Stadt.

Aus Ruinen neu gebaut

Minsk wurde im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt und gehörte lange zum Großfürstentum Litauen und zu Polen-Litauen, bevor es ans Russische Reich fiel. Der Zweite Weltkrieg verwüstete die Stadt fast vollständig; ein großer Teil der Bevölkerung, darunter die einst zahlreiche jüdische Gemeinde, wurde ermordet. Nach 1944 entstand ein neues Minsk nach sowjetischem Plan. Der Unabhängigkeitsprospekt mit seinen klassizistischen Bauten gilt als eines der geschlossensten Ensembles stalinistischer Architektur und steht auf der Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe.

Sehenswürdigkeiten in Minsk

Am Siegesplatz erinnert ein Obelisk mit ewiger Flamme an den Krieg, das Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges zeigt die Ereignisse ausführlich. Ein Stück Vorkriegsstadt hat die Oberstadt (Werchni Horad) bewahrt, mit der barocken Heilig-Geist-Kathedrale und dem rekonstruierten Rathaus. Gegenüber am Ufer der Swislatsch liegt die Troizkaja-Vorstadt mit pastellfarbenen Häusern und Cafés. Auf einer kleinen Insel davor steht die „Insel der Tränen“, ein Denkmal für die in Afghanistan gefallenen Soldaten. Unübersehbar ist die Nationalbibliothek, ein riesiger Rhombenkuboktaeder, der nachts farbig leuchtet und eine Aussichtsplattform besitzt. Am Unabhängigkeitsplatz fällt die rote Backsteinkirche St. Simon und Helena auf.

Ausflüge in die Umgebung

Rund 60 Kilometer südwestlich steht das Schloss Mir, eine Burg aus dem frühen 16. Jahrhundert mit roten Backsteintürmen; nicht weit davon liegt das Schloss Njaswisch der Fürsten Radziwiłł mit großem Landschaftspark. Beide gehören zum UNESCO-Welterbe. Nördlich der Stadt erinnert die Gedenkstätte Chatyn an ein Dorf, das 1943 mit seinen Bewohnern niedergebrannt wurde, stellvertretend für Hunderte zerstörte Dörfer in Belarus.

Essen und Alltag

Die belarussische Küche ist herzhaft und kartoffellastig. Nationalgericht sind Draniki, knusprige Kartoffelpuffer mit saurer Sahne, dazu Machanka, eine Soße mit Schweinefleisch und Wurst, in die man Pfannkuchen tunkt. Zur Vorspeise kommt im Sommer oft Chaladnik, eine kalte Suppe aus Roter Bete, im Winter wärmen Pilzsuppen und Kartoffelaufläufe wie Babka. Getrunken wird Kwas, ein vergorenes Brotgetränk, oder ein Kräuterbalsam. Auf dem Komarowka-Markt, dem großen Markt der Stadt, gibt es Pilze, Beeren, Honig und eingelegtes Gemüse. In der Kastrytschnizkaja-Straße entstand in umgebauten Fabrikhallen ein Viertel mit Bars, Wandbildern und Restaurants.

Unterwegs in Minsk und Reisezeit

Die Metro mit drei Linien ist schnell und günstig, dazu kommen dichte Bus- und Trolleybusnetze; einige Stationen sind kunstvoll gestaltet, etwa mit Mosaiken und Wandbildern aus sowjetischer Zeit. Der Flughafen liegt rund 40 Kilometer östlich der Stadt. Die Sommer sind warm und lange hell, die Winter kalt und schneereich. Wenn sich die Lage ändert, lohnt sich ein Besuch zwischen Mai und September, am besten zum Stadtfest im September.