Gia Lai: Vom Hochland um Pleiku an die Strände von Quy Nhơn
Reiseführer · redaktionellDie neue Provinz Gia Lai spannt einen weiten Bogen: von den Kaffeeplateaus und Vulkankegeln um Pleiku bis an die ruhigen Buchten von Quy Nhơn. Wer Urlaub in Gia Lai plant, erlebt Bergvölker mit eigenen Gemeinschaftshäusern, Backsteintürme der Cham und Strände, die noch deutlich leerer sind als in Nha Trang.
Zwei Welten, eine Provinz
2025 wurden das Hochland-Gia Lai und das Küsten-Bình Định zusammengelegt; Verwaltungssitz ist seitdem die Hafenstadt Quy Nhơn. Der Westen liegt auf dem Zentralhochland, 700 bis 800 Meter hoch, mit roten Basaltböden, Kaffee-, Pfeffer- und Kautschukplantagen und dem Kraterseen-Gebiet um Pleiku. Hier leben viele Jrai und Bahnar. Über den Pass An Khê fällt das Land zur Küstenebene ab, wo Reisfelder, Lagunen und Fischerdörfer bis ans Meer reichen. Mit rund 21.500 Quadratkilometern gehört Gia Lai zu den größten Provinzen des Landes.
Quy Nhơn und die Küste
Quy Nhơn ist eine aufstrebende Küstenstadt mit langer Strandpromenade und einem lebhaften Fischerhafen. Auf der Halbinsel Phương Mai liegen die Strände von Kỳ Co, mit türkisfarbenem Wasser unter Felsen, und Eo Gió, eine Felsbucht mit Wanderweg. Südlich der Stadt sind die Bucht Bãi Xép und das Dorf Nhơn Lý für ruhige Strände und frische Meeresfrüchte bekannt. Im Stadtgebiet stehen die Doppeltürme Tháp Đôi, zwei Cham-Heiligtümer aus dem 12. Jahrhundert. Auf einem Hügel am Meer befindet sich das Grab des Dichters Hàn Mặc Tử, der hier in einer Leprastation lebte.
Sehenswürdigkeiten in Gia Lai im Landesinneren
Rund um An Nhơn erinnern Ruinen der Zitadelle Đồ Bàn an die einstige Cham-Hauptstadt Vijaya. Westlich davon, in Tây Sơn, stammten die Brüder Nguyễn, die im 18. Jahrhundert die Tây-Sơn-Rebellion anführten; das Museum Quang Trung erinnert an Nguyễn Huệ, der 1789 die chinesische Armee schlug. Hier wird auch der traditionelle Kampfsport Võ Bình Định gelehrt, dazu gibt es Trommelvorführungen. Im Hochland ist Pleiku das Zentrum. Der Kratersee Biển Hồ, auch „Auge von Pleiku“ genannt, liegt eingebettet in Pinienwälder und Teegärten. Bei Chư Sê und Đức Cơ prägen Pfefferplantagen die Landschaft, und der erloschene Vulkan Chư Đăng Ya ist im Herbst von gelben Wildsonnenblumen bedeckt. In den Dörfern der Bahnar stehen hohe Gemeinschaftshäuser, Rông, mit steilen Strohdächern, und die Gong-Kultur des Hochlands ist UNESCO-Kulturerbe.
Essen und Trinken
An der Küste ist bánh xèo tôm nhảy typisch, ein knuspriger Pfannkuchen mit springlebendigen kleinen Garnelen, daneben bún chả cá Quy Nhơn mit Fischfrikadellen und bánh hỏi, feine Reisnudelgeflechte. Rượu Bàu Đá, ein Reisschnaps aus Bình Định, wird zu jedem Fest getrunken. Im Hochland isst man phở khô Gia Lai, eine trockene Nudelvariante mit separater Brühe, und trinkt kräftigen Robusta-Kaffee aus eigener Ernte.
Anreise und beste Reisezeit
Der Flughafen Phù Cát (UIH) liegt etwa 30 Kilometer von Quy Nhơn, Pleiku (PXU) hat einen eigenen Flughafen; beide werden von Hanoi und Saigon angeflogen. Quy Nhơn ist über die Bahnstation Diêu Trì an den Wiedervereinigungsexpress angebunden. Die beste Reisezeit für die Küste liegt zwischen Februar und August. Im Hochland ist die Trockenzeit von November bis April angenehmer, im Herbst blühen die Wildsonnenblumen.