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Vatikan Reise: Petersdom, Museen und Gärten

Reiseführer · redaktionell

Der Vatikan ist mit weniger als einem halben Quadratkilometer der kleinste Staat der Welt, und doch drängen sich hier mehr Kunstschätze als in den meisten Hauptstädten. Eine Vatikan Reise ist fast immer Teil eines Rom-Urlaubs, denn die Grenze verläuft mitten durch die Stadt und ist nur an einer weißen Linie auf dem Petersplatz zu erkennen.

Petersplatz und Petersdom

Der Petersplatz, von Gian Lorenzo Bernini im 17. Jahrhundert entworfen, umarmt die Besucher mit zwei halbkreisförmigen Kolonnaden aus 284 Säulen. In der Mitte steht ein ägyptischer Obelisk, den Kaiser Caligula nach Rom bringen ließ. Dahinter erhebt sich der Petersdom, eine der größten Kirchen der Welt, errichtet über dem Grab, das die Tradition dem Apostel Petrus zuschreibt. Am Bau haben über 120 Jahre lang die bedeutendsten Künstler der Renaissance und des Barock mitgewirkt, darunter Bramante, Michelangelo und Bernini. Gleich rechts vom Eingang steht Michelangelos Pietà hinter Panzerglas, unter der Kuppel ragt Berninis bronzener Baldachin fast 30 Meter über dem Papstaltar auf. Wer die gut 550 Stufen auf die Kuppel steigt, ein Teil davon lässt sich per Aufzug abkürzen, wird mit einem weiten Blick über Rom belohnt.

Die Vatikanischen Museen

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Vatikan neben dem Dom sind die Vatikanischen Museen, eine der größten Kunstsammlungen der Welt. Die Wege führen über Kilometer durch antike Skulpturen wie die Laokoon-Gruppe und den Apoll vom Belvedere, durch die Galerie der Landkarten mit ihren Fresken Italiens und die Stanzen des Raffael, in denen „Die Schule von Athen“ zu sehen ist. Höhepunkt ist die Sixtinische Kapelle, in der Michelangelo die Decke mit der Schöpfungsgeschichte und die Altarwand mit dem Jüngsten Gericht bemalte. Hier wählen die Kardinäle im Konklave den Papst, zuletzt im Mai 2025 Leo XIV., den ersten Papst aus den Vereinigten Staaten. Fotografieren ist in der Kapelle verboten, und die Aufseher bitten regelmäßig um Ruhe.

Tickets sollten unbedingt vorab online gebucht werden, die Warteschlangen an der Mauer der Viale Vaticano sind sonst stundenlang. Ruhiger ist es früh am Morgen oder am Nachmittag. Am letzten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei, dann aber ist der Andrang besonders groß. Führungen durch die Vatikanischen Gärten, die rund die Hälfte des Staatsgebiets einnehmen, und die Ausgrabungen der Nekropole unter dem Petersdom müssen ebenfalls lange im Voraus reserviert werden.

Ein Staat mit eigenen Regeln

Der heutige Staat entstand 1929 mit den Lateranverträgen zwischen dem Heiligen Stuhl und Italien. Er hat eigene Briefmarken, eine eigene Post, einen Bahnhof, eine Apotheke und prägt eigene Euromünzen, die bei Sammlern begehrt sind. Bewacht wird der Papst seit 1506 von der Schweizergarde, deren Rekruten aus der Schweiz stammen müssen. Ihre blau-gelb-roten Uniformen sind ein beliebtes Fotomotiv an den Eingängen. Am 6. Mai, dem Jahrestag der Plünderung Roms 1527, legen neue Gardisten ihren Eid ab.

Für Gläubige sind die Generalaudienz am Mittwochvormittag auf dem Petersplatz und das Angelusgebet am Sonntagmittag die wichtigsten Termine. Für den Besuch gilt in Petersdom und Museen eine strenge Kleiderordnung: Schultern und Knie müssen bedeckt sein.

Essen und Trinken

Eine eigene Küche hat der Vatikan nicht, das Essen findet in den Straßen des angrenzenden Viertels Prati und im Borgo statt. Rund um die Via Cola di Rienzo gibt es Trattorien mit römischen Klassikern wie Cacio e pepe, Carbonara und Saltimbocca, dazu Supplì, frittierte Reisbällchen, und Pizza al taglio zum Mitnehmen. Lokale direkt am Petersplatz sind meist teuer und touristisch, schon zwei Straßen weiter wird es besser.

Anreise und beste Reisezeit

Die Flughäfen Rom-Fiumicino (FCO) und Ciampino (CIA) sind die nächstgelegenen. Vom Stadtzentrum fährt die Metrolinie A bis zu den Stationen Ottaviano oder Cipro, viele Busse halten nahe dem Petersplatz, und vom Bahnhof San Pietro sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Grenzkontrollen gibt es nicht.

Die beste Reisezeit für den Vatikan sind März bis Mai sowie der Oktober, wenn es mit 18 bis 24 Grad angenehm warm ist. Im Juli und August steigen die Temperaturen oft über 32 Grad, und auf dem schattenlosen Petersplatz kann es heiß werden. Um Ostern und Weihnachten sind die Gottesdienste mit dem Papst besonders voll.

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