Region · Ebene 2

Värmlands län

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Land
Schweden
Städte
3
Zuordnung
über Koordinaten
§ 2

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§ 3

Värmland: Klarälven, Vänern und Selma Lagerlöf

Reiseführer · redaktionell

Värmland ist das Land der Wälder, Flüsse und Erzähler: Selma Lagerlöf hat hier gelebt, und die Landschaft mit ihren Seen und Gutshöfen spiegelt sich in ihren Romanen. Wer Urlaub in Värmland macht, kann auf einem selbstgebauten Holzfloß den Klarälven hinabtreiben, in der Sonnenstadt Karlstad am Vänern baden und in Arvika Künstlerkolonien entdecken.

Landschaft zwischen Norwegen und Vänern

Värmland grenzt im Westen an Norwegen und im Süden an den Vänern, Schwedens größten See, dessen Nordufer in Buchten und Schären zerfällt. Etwa zwei Drittel der Fläche sind bewaldet, durchzogen von Tausenden Seen und dem Klarälven, der aus Norwegen kommend in einem großen Delta bei Karlstad in den Vänern mündet. Im Norden steigen die Berge um Torsby und Branäs mit Skigebieten an, im Westen die Seen um Glaskogen und Arvika.

Sehenswürdigkeiten in Värmland

Karlstad, die Hauptstadt, nennt sich wegen der vielen Sonnenstunden Sonnenstadt und liegt auf dem Delta des Klarälven. Die Steinbrücke Östra bron von 1811, die Domkirche und der Mariebergsskogen-Park mit Tieren und Freilichtmuseum prägen das Bild; im Sommer verkehren Boote zu den Inseln im Vänern. Nördlich davon flößen Besucher auf dem Klarälven: Man bindet sich sein Floß aus Baumstämmen selbst und treibt mehrere Tage gemächlich flussabwärts, mit Zeltlagern am Ufer. Mårbacka bei Sunne ist das Wohnhaus Selma Lagerlöfs, der ersten Frau mit einem Literaturnobelpreis; in der Nähe liegt Rottneros mit Skulpturenpark. Kristinehamn am Vänern ist bekannt für eine 15 Meter hohe Betonskulptur nach einem Entwurf Picassos am Seeufer. Arvika im Westen war um 1900 Zentrum der Rackstadkolonie, deren Malerei im Rackstadmuseum zu sehen ist. In Ekshärad am Klarälven steht eine Kirche, deren Friedhof für seine schmiedeeisernen Grabkreuze bekannt ist, und in Torsby erzählt ein Zentrum von der Kultur der Waldfinnen.

Kultur und Geschichte

Värmland lebte lange von Eisenhütten und Holzwirtschaft; Herrenhäuser der Hüttenbesitzer stehen bis heute an vielen Seen. Die Region ist zudem für ihre Musiktradition bekannt, vom Volkslied „Värmlandsvisan“ bis zum Musikfestival in Arvika. In den Wäldern nördlich von Torsby siedelten im 17. Jahrhundert finnische Einwanderer, deren Rauchstubenhäuser im Finnskogen noch erhalten sind. Selma Lagerlöfs Roman „Gösta Berling“ spielt im Fryksdalen um Sunne, und viele Herrenhäuser der Umgebung werden mit Figuren des Buches verbunden.

Essen, Anreise und beste Reisezeit

Värmländische Spezialitäten sind die Värmlandskorv, eine Wurst mit Kartoffeln, das aus dem Finnskogen stammende Motti, ein Mehlbrei mit gebratenem Speck, sowie Lachs aus dem Klarälven und Elchgerichte. Zum Kaffee gibt es Hofgebäck aus den Cafés der Gutshöfe. Karlstad ist per Zug von Stockholm und Göteborg in rund zweieinhalb Stunden erreichbar, der Flughafen hat wenige Verbindungen. Die beste Reisezeit für Flößen und Kanutouren ist von Juni bis August, im Herbst färben sich die Wälder. Kristinehamn und Karlstad bieten Bootstouren auf dem Vänern, im Winter lockt das Skigebiet Branäs im Norden Familien an.