Melilla: Spanische Stadt an der Küste Nordafrikas
Reiseführer · redaktionellMelilla ist eine der beiden spanischen Städte auf dem afrikanischen Kontinent, an der Mittelmeerküste vor dem marokkanischen Rif-Gebirge. Eine Reise nach Melilla überrascht mit einer Festungsaltstadt und einer der größten Ansammlungen von Jugendstilbauten in Spanien, gleich nach Barcelona.
Geschichte und Lage
Seit 1497 gehört Melilla zu Spanien; damals besetzte ein Expeditionstrupp im Auftrag des Herzogs von Medina Sidonia den Ort. Die Stadt umfasst nur rund zwölf Quadratkilometer und ist auf der Landseite von einem stark gesicherten Grenzzaun zu Marokko umgeben, das Ansprüche auf die Stadt erhebt. Christen, Muslime, Juden und eine kleine hinduistische Gemeinde leben hier zusammen, was man an Kirchen, Moscheen und Synagogen im Stadtbild erkennt. Viele Einwohner sprechen neben Spanisch auch Tamazight, die Berbersprache des Rif.
Sehenswürdigkeiten in Melilla
Das historische Zentrum, Melilla la Vieja, liegt auf einem Felsvorsprung über dem Hafen und ist von vier Mauerringen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert umgeben. Durch Tore und Tunnel gelangt man zu Kirchen, Zisternen, einem Militärmuseum und Aussichtspunkten über das Meer. Unterhalb davon entstand Anfang des 20. Jahrhunderts eine neue Stadt im Stil des Modernisme, maßgeblich geprägt vom katalanischen Architekten Enrique Nieto, einem Schüler Gaudís. Rund um die Plaza de España und die Avenida Juan Carlos I stehen Häuser mit verspielten Fassaden, Balkonen und Ornamenten, darunter das Rathaus und die Zentralsynagoge. Der Parque Hernández ist die grüne Lunge der Stadt, Strände wie Los Cárabos liegen direkt vor dem Zentrum.
Essen, Anreise und beste Reisezeit
In Melilla mischen sich andalusische und marokkanische Küche: Pinchos morunos, gewürzte Fleischspieße, Couscous, Fisch und süße Gebäcke werden gleichermaßen geschätzt. Man erreicht die Stadt per Flugzeug von Málaga, Madrid und Almería oder mit der Fähre von Málaga, Almería und Motril. Als beste Reisezeit gelten Frühling und Herbst; im Sommer ist es heiß und feucht. Der Grenzübergang nach Marokko ist zeitweise eingeschränkt, Reisende sollten sich vorab informieren.
